Eine überdimensionale Schere steht vor der Adlerbastei am Ufer der Donau. Die Schere erinnert an Albrecht Ludwig Berblinger, im Volksmund bekannt als der Schneider von Ulm.
Eine überdimensionale Schere steht vor der Adlerbastei am Ufer der Donau. Die Schere erinnert an Albrecht Ludwig Berblinger, im Volksmund bekannt als der Schneider von Ulm.
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Obdachlos, Armut in Deutschland

14.04.2019

Bedford-Strohm: Schere zwischen Arm und Reich schließen "Armut und Gerechtigkeit sind christlich"

Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Ratsvorsitzender, ruft dazu auf, die Schere zwischen Arm und Reich weltweit zu schließen: Christen sollten heute in der globalisierten Welt Frömmigkeit in Form des Engagements für Mitmenschen leben.

Der bayerische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat Kirche, Gesellschaft und Politik zu einer tatkräftigen Bekämpfung der weltweiten Armut aufgerufen. Denn die Schere zwischen Reich und Arm gehe weltweit immer weiter auseinander, betonte der Bischof laut Redemanuskript in seinem Vortrag bei einer Veranstaltung der Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit am Samstag in Nürnberg.

Es gebe zwar Wohlstand auf dieser Erde in einem unermesslichen Ausmaß, der jedoch extrem ungerecht verteilt sei.

"Christliche Kernthemen"

Armut und Gerechtigkeit seien christliche Kernthemen und eine konkrete Form christlicher Frömmigkeit in der Welt.

In der Bibel sei das Verständnis von Gerechtigkeit geprägt von einer vorrangigen Option für arme Menschen, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Gott als Anwalt der Schwachen

Deshalb werde Gott in den biblischen Texten als ein Anwalt der Schwachen dargestellt.

Und auch für den Reformator Martin Luther (1483-1546) sei christliche Frömmigkeit nie von dem Engagement für den Mitmenschen zu trennen gewesen, weshalb er in der heutigen globalisierten Welt ein Anwalt der internationalen Gerechtigkeit wäre.

Schicksal von Menschen auf der ganzen Welt

Die ökumenische Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit trägt nach Überzeugung des Bischofs mit ihren Mikrokrediten an Kleinbauern in Lateinamerika, Asien und Afrika dazu bei, dass diese Menschen eine berufliche Existenz finden und in Würde leben können.

Allerdings entschieden auch Vereinbarungen über Zölle und den Zugang zum Markt über das Schicksal von Menschen überall auf der Welt. Als Beispiel nannte Bedford-Strohm Handelsverträge der EU mit Afrika, wodurch konkurrenzlos billige Hühnchenteile nach Ghana exportiert würden und dort die Existenz der afrikanischen Kleinbauern vernichteten.

Dieses Verfahren könne nur durch strukturelle politische Maßnahmen verändert werden, sagte der Bischof.

(epd)

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