20.11.2018

Bischof von Münster bezieht Position in Kommuniondebatte "Unvereinbar, die heilige Kommunion strikt zu verweigern"

Der Münsteraner Bischof Felix Genn stellt sich in der Debatte um den Kommunionempfang hinter die Orientierungshilfe der Deutschen Bischofskonferenz. Demnach können im Einzelfall auch nichtkatholische Ehepartner die Kommunion empfangen.

Der Münsteraner Bischof Felix Genn wirbt in der Debatte um den Kommunionempfang in der katholischen Kirche um Geduld und Zurückhaltung. Zugleich stellt sich Genn in einer am Dienstag veröffentlichten Broschüre hinter die im Juni publizierte Orientierungshilfe der Deutschen Bischofskonferenz. Demnach können in Einzelfällen und unter bestimmten Voraussetzungen auch nichtkatholische Ehepartner zum Kommunionempfang zugelassen werden.

Die Orientierungshilfe ist das Ergebnis eines intensiven Ringens, auch mit Rom. Genn gehört zu den deutschen Bischöfen, die im Mai an einem klärenden Gespräche im Vatikan teilnahmen. Ein Ergebnis der Diskussionen: Jeder einzelne Bischof entscheidet selbst, ob er das Papier für seine Diözese übernimmt.

Neue Spaltungen verhindern

In der vom Bistum Münster veröffentlichten Broschüre zur seelsorglichen Begleitung von Eheleuten bittet Genn diejenigen, die sich eine weitergehende Lösung vorstellen können und praktizieren als den Vorschlag aus der Orientierungshilfe, "zu bedenken, dass ein Mühen um die Einheit der Christen und damit die Überwindung der Spaltung nicht zu neuen Spaltungen führen darf".

Im Hintergrund des Streits der vergangenen Monate stehe die Debatte um die Einheit von Eucharistie- und Kirchengemeinschaft, so Genn weiter. Die Eucharistie solle nicht zur Lösung dieser Frage instrumentalisiert werden, "sondern die volle Eucharistiegemeinschaft ist durch eine volle Kirchengemeinschaft erst möglich".

Der Bischof von Münster fügt aber auch hinzu: "Wir haben als Seelsorger nicht das Recht, jemandem die Zulassung zur Eucharistie zu erlauben beziehungsweise zu verbieten. Es ist unvereinbar, die heilige Kommunion strikt zu verweigern."

Der Bischof unterstreicht schließlich, dass es nicht seine Aufgabe sei, die Orientierungshilfe der Deutschen Bischofskonferenz in Kraft zu setzen, da sie kein Rechtstext sei. "Aber durch die Veröffentlichung möchte ich noch einmal unterstreichen und zeigen, dass ich von Anfang an hinter diesem Text gestanden habe und auch weiterhin zu ihm stehe."

(KNA)

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