Tempelberg in Jerusalem
Muslimische Frauen auf dem Tempelberg

18.07.2018

Großmufti warnt vor Ausgrabungen unter Tempelberg Befeuerung des Dauerkonflikts

Erneuter Zwist um den Tempelberg: Der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Ahmed Hussein, hat archäologische Ausgrabungen Israels unter dem Tempelbergareal kritisiert. Er sehe durch die Grabungen die Al-Aksa-Moschee in Gefahr.

Mit den Grabungen in den Omayyaden-Palästen unter Teilen des islamischen Museums versuche Israel, islamische Funde in dem Gebiet zu zerstören und die Identität der Stadt zugunsten einer Judaisierung zu verändern. Großmufti Hussein äußerte sich in der Mittwochs-Ausgabe der Tageszeitung "Jerusalem Post".

Die Al-Aksa-Moschee sei durch die Grabungen ernsthaft gefährdet, insbesondere im Falle eines Erdbebens, so der Geistliche. Er rief die arabische und islamische Welt sowie die Vereinten Nationen zu schnellem Handeln auf. Israel bringe durch seine Politik Spannungen in die gesamte Region.

Heiligtum für Juden, Muslime und Christen

Der Tempelberg, auf dem nach biblischer Überlieferung die Tempel des Salomo und des Herodes standen, ist für Juden, Muslime und Christen eine wichtige Heilige Stätte. Seit dem 13. Jahrhundert beten Juden an der Klagemauer, die dem zerstörten Allerheiligsten des Tempels am nächsten ist. Auch für Muslime ist der Berg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee von zentraler Bedeutung; er ist das dritte Heiligtum nach Mekka und Medina.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Zusammenstößen, weil Muslime das Heiligtum durch israelische Grabungstätigkeiten gefährdet sahen. Die israelischen Behörden werfen ihrerseits der für das Areal verantwortlichen islamischen Wakf-Behörde vor, seit Jahren den Bau einer unterirdischen Moschee voranzutreiben. Dabei würden riesige Mengen antiken Bauschutts und damit gezielt Spuren der jüdischen Präsenz an dem Ort beseitigt.

(KNA)

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