Filmemacher Neufert ruft zum "Jesus Walk" auf
Filmemacher Neufert ruft zum "Jesus Walk" auf
Filmemacher Detlev F. Neufert
Filmemacher Detlev F. Neufert

23.06.2018

Filmemacher veranstaltet "Jesus-Walk" durch München "Christliche Werte nicht den Kirchen und der Politik überlassen"

Christentum ist out - höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen, findet Detlev F. Neufert und lädt am Samstag zum fröhlichen "Jesus-Walk" durch München. "Zeigen wir, dass wir eine bessere Welt schaffen können", sagt er.

Am Wochenende ist wieder viel los in Bayern. In Augsburg findet der Bundesparteitag der AfD statt, in München der "erste internationale JESUS-WALK". Mit ihm will der bayerische Filmemacher, Galerist und Autor Detlev F. Neufert (CSU) für christliche Werte demonstrieren: außerkirchlich, antifundamentalistisch und mit viel Musik.

Neufert ist schon viel in der Welt herumgekommen, spirituell und beruflich als Dokumentarfilmer und Ausstellungskurator. Als Schüler besuchte er katholische und evangelische Gottesdienste, zu seinen Studienfächern zählten auch Philosophie und Theologie. In Marokko nahm er an spiritistischen Sitzungen teil, in Kenia ließ er sich von Bauern in die Geheimnisse der Baumgeister einweihen. Eine Gastprofessur für Deutschen Film führte ihn an die University of California.

Neufert initiierte die "Christliche Internationale"

In den USA gingen ihm die christlichen TV-Prediger auf den Geist. Mit Christoph Schlingensief betrieb er das Projekt der Kunstpartei "Chance 2000", von 1998 bis 2010 arbeitete er in Asien, seither lebt er im Chiemgau, "im spirituellen Herz Deutschlands", wie der Dalai Lama sagt - und der muss es ja wissen.

2005 initiierte Neufert die "Christliche Internationale". Er nennt sie "ein Aktionsbündnis gläubiger Christen". Als Ziel gibt der Gründer an, das Christentum nicht länger der Kirche oder der Politik zu überlassen. Dass dies notwendig sei, habe nicht zuletzt die Debatte um den Kreuzerlass für bayerische Behörden gezeigt.

Neufert erschreckt, dass das Christentum "den Kids heute nur ein spirituelles Gähnen entlockt" - und dass laut einer europäischen Studie nur noch sechs Prozent der jungen deutschen Katholiken regelmäßig zur Messe gehen. "In einer Zeit der Egos und spiritueller Inkompetenz wollen wir Christen gegensteuern", sagt er. Zeigen, dass Werte wie "Du sollst nicht stehlen, nicht lügen oder betrügen" Basis globalen Handelns sein sollten. Und das möglichst unverkrampft, denn: "In den zehn Geboten steht ja nicht: Du sollst keinen Spaß haben."

"Jesus Walk" vom Münchner Westend bis zum Odeonsplatz

Und so wird sich am Samstag um 15 Uhr ein Zug vom Münchner Westend über den Stachus bis zum Odeonsplatz in Bewegung setzen, mit dabei "ein richtiger Jesus", wie Neufert in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag) versichert. Naja, ein Schauspieler wird in die Rolle des Gottessohnes schlüpfen.

Dahinter folgt ein kleiner Lkw, der mit einer Musikanlage bestückt ist. Unterwegs sollen ausschließlich Popsongs erklingen, in deren Text Jesus vorkommt: Von Elvis über die Rolling Stones bis zu Rapper Kanye West. Mit dieser Mischung aus Prozession, Demo und Happening will Neufert ein "lebendiges, fröhliches Christentum" präsentieren, das in eine große Abschlussparty mündet.

Mit Jesus ist Neufert schon länger per Du. 2015 veröffentlichte er ein Interviewbuch mit dem Untertitel "Neues vom Auferstandenen". Dieser Jesus sei "ein klasse Typ, offen, humorvoll, aufrichtig". Und jeder bekomme bei ihm einen Termin, beim Papst sei das sicher viel schwieriger.

Nicht nur Kirchenmitglieder sind eingeladen

Der Künstler schätzt "den spielerischen Umgang mit dem Glauben". Außer Jesus zählt er Buddha zu seinen praktischen Lebensbegleitern. Zum "Jesus-Walk" lädt er bewusst nicht nur Kirchenmitglieder ein, sondern alle, "denen christliche Werte über das Spirituelle hinaus auch ein gesellschaftliches Anliegen sind, weil sie das Gefühl haben, dass die Wohlstandsgesellschaft immer mehr Menschen abhängt".

Wer sich da wohl alles angesprochen fühlt? Neufert ist mit Prognosen vorsichtig. Angemeldet hat er für die Premiere in München, der weitere "Jesus-Walks" in Berlin und Köln folgen sollen, 100 Teilnehmer. "Aber ich habe kein Problem damit, wenn wir nur zu zweit bleiben", sagte er der SZ. "Vielleicht wird das ja die kleinste Demonstration, die die Welt je gesehen hat."

Christoph Renzikowski
(KNA)

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