Kommunionausteilung
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12.06.2018

Metropolit stützt Kardinal Woelki im Kommunionstreit "Ausnahme nicht zur Regel machen"

Der griechisch-orthodoxe Metropolit Augoustinos hat im Kommunionstreit Verständnis für die Position der Bischofsgruppe um Kardinal Woelki bekundet. Auch er spricht sich dagegen aus, aus Ausnahmen eine Regel machen zu wollen.

"Selbstverständlich sind uns die Herausforderungen der konfessionsverschiedenen Ehen genau so bekannt wie Ihnen", sagte Augoustinos am Montagabend in Bonn.

Brief aus Rom

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte sich im Februar mit Dreiviertel-Mehrheit auf eine bisher unveröffentlichte Handreichung geeinigt, wonach evangelische Ehepartner im Einzelfall die Kommunion empfangen können sollen. Sieben Bischöfe um den Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki baten daraufhin den Vatikan um Klarstellung, ob eine solche Regelung von einer Bischofskonferenz beschlossen werden kann.

Zunächst verwies Rom den Konflikt an die deutschen Bischöfe zurück. Inzwischen wurde ein Brief der Glaubenskongregation bekannt, wonach Papst Franziskus zum Schluss gekommen sei, "dass das Dokument nicht zur Veröffentlichung reif ist".

Hinweis auf orthodoxes Prinzip

"In brüderlicher Hilflosigkeit verfolgen wir die Diskussionen, die zur Zeit in Ihrer Kirche stattfinden", sagte Augoustinos im Beisein von Woelki beim Jahresempfang der Griechisch-Orthodoxen Metropolie.

Der Metropolit erinnerte an das orthodoxe Prinzip der "Oikonomia". Damit gemeint sei die Möglichkeit, eine kirchliche Vorschrift oder Regel zu übergehen, "wenn es dem Heil der betreffenden Person, eben ihrer Oikonomia, dienlich ist". Aber kein geringerer als der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. habe einmal gesagt: "In dem Augenblick, in dem man die Möglichkeiten der Anwendung von Oikonomia definiert, wird die Oikonomia selbst zur Regel oder zur Vorschrift."

Woelki bedankte sich für die Wegweisung. Der Kölner Erzbischof hatte sich zuvor ähnlich geäußert: Evangelische Ehepartner von Katholiken könnten in Ausnahmefällen die Kommunion erhalten, wenn dies im Raum der persönlichen Seelsorge, der geistlichen Begleitung und der individuellen Gewissensentscheidung geschehe.

Keine neuen Normen festschreiben

Zugleich wandte sich der Erzbischof dagegen, pastoral begründete Ausnahmen als neue Normen festzuschreiben. Denn das würde "die Werte, die mit besonderer Sorgfalt bewahrt werden müssen, in Gefahr bringen".

In seiner Ansprache verwies der Kardinal auf eine neue Studie, wonach viele Menschen an eine höhere Macht glauben. Ein personaler Gott, der Liebe schenke und fordere, löse aber weitgehend Kopfschütteln aus, kritisierte Woelki.

Er erinnerte an das im März veröffentlichte Schreiben "Placuit deo" der vatikanischen Glaubenskongregation, das unter anderem die Vorstellung postmoderner Menschen kritisiert, wonach ihre Lebensverwirklichung allein von den eigenen Kräften abhänge. Ihnen gelte Jesus allenfalls als moralisches Vorbild und nicht mehr als heilbringender Erlöser, bedauerte Woelki.

(KNA)

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