Die Kardinäle Woelki und Marx - und Jesus
Die Kardinäle Woelki und Marx - und Jesus
Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen
Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen

04.05.2018

Ein Kommentar zur Debatte um die Kommunion für Protestanten Roma non locuta – causa non finita!

Der Streit um den Zugang gemischtkonfessioneller Ehepaare zur Kommunion geht in eine neue Runde. Der Papst erwartet von den deutschen Bischöfen Einmütigkeit. Ein Kommentar von DOMRADIO.DE Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen.

Ach, was müssen das früher für herrliche Zeiten gewesen sein, als in Rom noch verbindlich für den ganzen Erdkreis gesprochen wurde und die Sache damit endgültig entschieden war. Papst Franziskus sagt offenbar selbst in Dingen, die eigentlich die ganze Weltkirche betreffen, nichts Eindeutiges - jedenfalls nichts für alle Verbindliches. Auch im jüngsten Streit der deutschen Bischöfe bleibt er sich treu und spielt den Problemball einfach zurück: "Findet im Geist kirchlicher Gemeinschaft eine möglichst einmütige Lösung!" Auf gut Deutsch: "Wer bin ich, dass ich hier für Euch das Dilemma zwischen der reinen Lehre und der realen Pastoral auflöse? Findet gefälligst selber eine praktikable Lösung!“

Der Papst hat damit wie ein kluger Vater gehandelt, der sich im Streit der Kinder nicht selber auch noch in Not bringt. In den Augen des Papas aus Rom sind die Kinder offenbar alt und erfahren genug, selber einen guten Weg zu finden. Ob sich aber "im Geist kirchlicher Gemeinschaft" von den in dieser Sache sehr über Kreuz liegenden deutschen Bischöfen wirklich schnell ein Lösungsweg finden lässt? Dass man in Rom nicht ein gemeinsam verfasstes Papier präsentierte, sagt eigentlich mehr aus als man gerne hören möchte.

Wer noch einmal die unversöhnlichen bischöflichen Töne nach Ostern nachklingen lässt, der registriert auch besorgt, dass in der veröffentlichten Pressemitteilung der Bischofskonferenz am Ende ausdrücklich betont wird, dass das Treffen in "herzlicher und brüderlicher Atmosphäre" verlief. Das sollte doch unter Christen und auch denen, die gerne von ihren "Mitbrüdern" sprechen, eigentlich selbstverständlich sein.

Die Bischöfe haben sich in der Causa, die jetzt von Rom nicht entschieden wurde, gefährlich nahe an den Abgrund manövriert. Der oft als hemdsärmelig empfundene Führungsstil des Vorsitzenden der Bischofskonferenz und der Brief nach Rom waren offenbar auch in den Augen des Papstes keine Glanzleistungen. Jetzt möchte man die deutschen Bischöfe an die Kardinalstugend der Klugheit erinnern: Wenn eine Sache in der Praxis längst gut geregelt ist und zum Wohle aller fast überall gut funktioniert, braucht es keine seitenlangen Papiere, die über Jahre in verschiedenen Kommissionen mühsam erarbeitet werden und die am Ende meist ungelesen im Regal oder in der Schublade landen. 

Der katholische Glaube muss nicht festgeschrieben, sondern gelebt werden! Von Jesus Christus selber ist jedenfalls nur bekannt, dass er den Willen des Vaters gelebt hat. Als die Ehebrecherin gemäß des gültigen Gesetzestextes gesteinigt werden sollte, hat er, ganz im Stile seines heutigen Nachfolgers, zur Verwunderung aller nur mit dem Finger im Sand herumgeschrieben …

(DR)

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