Altarraum der Kapelle des Ökumenischen Forums HafenCity in Hamburg
Altarraum der Kapelle des Ökumenischen Forums HafenCity in Hamburg
Das Ökumenische Forum HafenCity (l.) in Hamburg
Das Ökumenische Forum HafenCity (l.) in Hamburg

22.01.2018

Weltweit einmaliges Projekt vereint 21 Kirchen in einem Haus "Kirche der Zukunft"

Im Jahr 2012 eröffnete der erste Sakralbau in Hamburgs jüngstem Stadtteil, der HafenCity. Das Ökumenische Forum wird von 21 christlichen Kirchen getragen - ein weltweit einmaliges Projekt, das Nachahmer finden könnte.

Gläserne Hochhäuser mit geschwungenen Fassaden, weitläufige Plätze mit Betonelementen und fernöstliche Straßennamen wie "Korea-" oder "Yokohamastraße": Das Gebiet südlich der berühmten Speicherstadt mitten im Hamburger Hafen hat schon jetzt ein futuristisches Flair. Auf einer Fläche von über 120 Hektar entsteht dort seit 2001 die sogenannte HafenCity, ein komplett neuer Stadtteil, der rund 14.000 Menschen Heimat und mehr als doppelt so vielen Arbeit bieten soll. Im Sommer 2012 wurde das erste Gotteshaus inmitten des neuen Viertels eröffnet, das Ökumenische Forum HafenCity, ein weltweit einmaliges Projekt.

"Kirche der Zukunft"

21 christliche Gemeinden aus Hamburg haben sich dort zusammengetan, von der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche über die Dänische Seemannskirche bis zur Ukrainisch-Katholischen Kirche. Natürlich sind auch die beiden Großen, die evangelische Nordkirche und das katholische Erzbistum Hamburg, dabei. Gemeinsam verkörpern sie in dem neuen Stadtviertel "die Kirche der Zukunft", wie der Geschäftsführer des Forums, Henning Klahn, es ausdrückt.

Sein Erscheinungsbild, groß gewachsen mit üppigem Vollbart und maritimen Tätowierungen an den Händen, ist fast genauso ungewöhnlich wie die Initiative, um die es hier geht. An einem Tisch im "Weltcafe ElbFaire", das im Erdgeschoss des Forums liegt, zieht er nach gut fünf Jahren eine positive Bilanz des Projekts.

Der siebenstöckige Backsteinbau an der Shanghaiallee beherbergt nicht nur das Cafe, sondern auch eine nüchtern-modern gestaltete Kapelle und zwei Veranstaltungsräume. Gottesdienste, Konzerte und Ausstellungen finden hier statt. In den ersten beiden Obergeschossen liegen Büroräume, unter anderem auch die Kanzlei der lutherischen Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs.

Eine ökumenische Hausgemeinschaft in den oberen Etagen füllt das Haus, an dessen Außenwand eine Glocke prangt, mit Leben. In 29 Wohnungen leben rund 50 Menschen unter einem Dach - Junge und Alte, Singles und Familien, Katholiken und Protestanten. Vier von ihnen gehören zum Laurentiuskonvent, einer Art christlichen Kommune, die der Kern der Hausgemeinschaft ist. Alle gemeinsam wollen eine zeitgemäße Form des Glaubens im Alltag leben, "postmodernes Stadtkloster" nennen sie das.

Klahn spricht von "21 Kirchtürmen in einem Haus" und von der Absicht, Kirche in einem neuen Stadtteil ein neues Gesicht zu geben. Die Christen des Forums setzten sich ein für die Nachbarschaft, für den Schutz der Natur, für Gerechtigkeit und Frieden und nicht zuletzt für die Einheit der christlichen Kirche. "Gerade hier an dem Ort der globalisierten Weltwirtschaft ist ein sichtbarer Kontrapunkt von Kirche nötig."

Wunder Punkt Finanzen

Neben vier Hauptamtlichen sind derzeit rund 100 Ehrenamtler im Ökumenischen Forum aktiv, die sich unter anderem bei der Gestaltung der Gebetszeiten in der Kapelle und in der Flüchtlingsarbeit engagieren. Einmal in der Woche probt der Chor "Meerstimmig", der aus der Hausgemeinschaft heraus entstanden ist.

Wunder Punkt sind die Finanzen. Die Beiträge der Mitgliedskirchen reichen gerade aus, um die fixen Kosten von jährlich rund 150.000 Euro zu decken, alle weiteren Projekte müssen aus Spenden finanziert werden. In der ein oder anderen Mitgliedskirche stehen diese Beiträge durchaus zur Diskussion, wie Klahn durchblicken lässt. Allerdings hätten die meisten angekündigt, sich auch in Zukunft weiter zu engagieren. Einige hätten im vergangenen Jahr ihre Beiträge sogar verdoppelt.

"Nach fünf Jahren kommt es nun darauf an, die Vision des Anfangs in die Herzen der Menschen zu tragen", sagt Klahn. Da die HafenCity weiter wachse, liege man in Kürze in der Mitte des Viertels - was dem Selbstverständnis der Gemeinschaft entgegen kommen dürfte. Eines der Ziele für die nächste Zeit sei, die "ElbFaire" als Begegnungsort zum gastfreundlichsten Cafe der Hansestadt zu machen.

Mit Stolz berichtet der Geschäftsführer von zwei Besuchen in jüngster Zeit. Delegationen aus Freiburg im Breisgau und Frankfurt am Main hätten sich das Haus angesehen und überlegten, in ihren Städten ähnliche Projekte in neuen Wohngebieten einzurichten. Das Hamburger Modell der "Kirche der Zukunft" könnte Schule machen.

Frank Berno Timm und Michael Althaus
(KNA)

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