Die Konstantin-Basilika in Trier
Die Konstantin-Basilika in Trier

14.09.2017

EKD lädt Partner nach Trier ein Ökumene im Zeichen des Kreuzes

Vor dem Ende des Reformationsgedenkjahrs laden die Protestanten zum ökumenischen Kreuzerhöhungsfest nach Trier. Damit wollen sie zugleich zeigen, dass im Zentrum des Jubiläums Christus steht.

Was muss das für ein Anblick gewesen sein! Als der römische Kaiser Konstantin für einige Jahre in Trier residierte und um 310 seine Palastaula errichten ließ, säumten Marmor, Mosaiken und Statuen den Weg zu seinem prächtigen Thron. Bei dem üblichen Hofzeremoniell, bei Empfängen und Audienzen demonstrierte der Kaiser die ganze Macht seines Imperiums. Doch das Reich ging schließlich unter; die folgenden Jahrhunderte waren auch für den Thronsaal von Zerstörungen, Wiederauf- und Umbau geprägt.

Der fast 70 Meter lange Prachtbau, heute bekannt unter dem Namen Konstantin-Basilika, gilt als größter erhaltener säulenloser Einzelraum der Antike. Doch welch ein Kontrast zu damals: Keine Schmuckelemente, keine Verzierungen, keine Flut an Statuen und Bildnissen. Ihre Gäste zieht sie heute durch die Schnörkellosigkeit der gewaltigen, aber unverzierten Steinmauern in den Bann.

Da der Bau seit Mitte des 19. Jahrhunderts die älteste protestantische Kirche im katholisch geprägten Trier ist, hat das einen Vorteil: Nichts lenkt in der "Evangelischen Kirche zum Erlöser" die Blicke ab vom Altarraum und dem goldenen Kreuz, das über diesem von der hohen Kassettendecke herunterhängt.

Einladung zum "Christusfest-Gottesdienst"

Eine passendere Kulisse hätte man kaum finden können für den ökumenischen Gottesdienst zum Fest Kreuzerhöhung an diesem Donnerstag im Rahmen des Gedenkjahres "500 Jahre Reformation". Eingeladen hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ihre "ökumenischen Partnerkirchen" zu einem "Christusfest-Gottesdienst".

Die Feier ist damit eine der zentralen Veranstaltungen des zu Ende gehenden Jubiläumsjahrs, und sie soll noch einmal einen wesentlichen Aspekt verdeutlichen: Im Mittelpunkt des Reformationsgedenkens soll nicht Martin Luther oder ein anderer der Reformatoren des 16. Jahrhunderts stehen, sondern Jesus Christus - was die Grundlage für eine Feier gemeinsam mit den anderen Kirchen ist.

Gegenbesuch der katholischen Bischöfe

Zugleich stellt die Reise nach Trier eine Art Gegenbesuch der katholischen Bischöfe dar, die ihrerseits am 21. November 2014 ihre ökumenischen Partner zu Gottesdiensten in ihren jeweiligen Bischofskirchen eingeladen hatten. Anlass war damals der 50. Jahrestag der Verabschiedung des Ökumenismusdekrets "Unitatis redintegratio" des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Die katholischen Bischöfe wollten damit die Selbstverpflichtung der katholischen Kirche zur Zusammenarbeit mit den anderen Kirchen feierlich unterstreichen, was diese erfreut aufnahmen.

Mit der Wahl der Konstantin-Basilika, die zum Weltkulturerbe gehört, machen die Protestanten ihre Verwurzelung in der Tradition der alten Kirche sinnfällig deutlich. Eine Gemeinsamkeit, die auch die orthodoxen Christen einbezieht - diese hatten vor vier Jahren eine Wallfahrt nach Trier gemacht und die Basilika besucht.

"Im erniedrigten Christus ist Gott uns nah"

Die Verknüpfung der Basilika zum Kreuzerhöhungsfest ist durch Kaiserin Helena, die Mutter Konstantins, gegeben, die bei einer Pilgerfahrt ins Heilige Land das verschollene Kreuz Christi wiedergefunden haben soll. Den Protestanten sei zwar das Kreuz als Reliquie "komplett fremd", so der EKD-"Cheftheologe" Thies Gundlach in einem Aufsatz. Für frühere Jahrhunderte hätten die Reliquien aber "für die Materialität des Heils" gestanden, seine Anschaulichkeit und Fassbarkeit.

"Eine Theologie des Kreuzes verbindet die christlichen Kirchen: In dem erniedrigten Christus ist Gott uns nahe und befreit uns aus unserer Schuld", deutet die EKD in ihrer Einladung die Feier in Trier. Ein besonderer Höhepunkt soll die Uraufführung einer Komposition des Berliner Saxophonisten Uwe Steinmetz zu Texten des Kölner Schriftstellers Hartmut Handt mit dem Titel "Kenosis" (griechisch für "Erniedrigung") sein.

Dank für "hervorragende Begleitung"

In dem Gottesdienst, erläuterte Gundlach der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), solle so zum einen die für Luther und die anderen Reformatoren zentrale Kreuzestheologie entfaltet werden, zum anderen aber auch die Gemeinschaft in der "multilateralen Ökumene" zum Ausdruck kommen.

Zahlreiche Bischöfe hätten ihr Kommen zugesagt, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) habe gar ihre Mitgliederversammlung in Trier angesetzt, um an der Feier teilnehmen zu können. Beim anschließenden Empfang, so Gundlach, wolle die EKD ihren ökumenischen Gästen für die "hervorragende Begleitung" des Jubiläumsjahrs danken.

Michael Merten und Norbert Zonker
(KNA)

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