Schmuck mit Lutherrose und Martin Luther
Schmuck mit Lutherrose und Martin Luther

12.04.2017

Bischöfe eröffnen Ausstellung "Luther aus katholischer Sicht"

Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr und die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann haben am Mittwochabend im Eisenacher Lutherhaus die Ausstellung "Ketzer, Spalter, Glaubenslehrer - Luther aus katholischer Sicht" eröffnet.

Neymeyr lobte, dass die Schau die Vielfalt und Entwicklung der katholischen Lutherforschung aufzeige. Junkermann würdigte die Ausstellung als "besonders kostbare Perle", weil sie die katholische Perspektive auf den Reformator zeige. Beide Bischöfe übernahmen die Schirmherrschaft über die Schau.

Neymeyr erläuterte, nach einer jahrhundertelangen Phase der "Verteufelung oder Pathologisierung Luthers" habe der "Ruf nach historischer Gerechtigkeit" schließlich den "Weg zu einer kirchengeschichtlichen Selbstkritik eröffnet, die in religiöser Anerkennung mündete". Er selbst sei als Student geprägt worden "durch den mutigen Vorstoß" des Mainzer Kirchenhistorikers Peter Manns, der 1985 ein Buch mit dem Titel "Martin Luther. Reformator und Vater im Glauben" veröffentlichte. Luther auch für Katholiken als "Vater im Glauben" zu bezeichnen, habe damals eine lebhafte Diskussion angeregt, erinnerte sich der Bischof.

Luther auch für Katholiken als "Vater im Glauben"

Junkermann erklärte, kritische Einwände von katholischen Bischöfen, dass 500 Jahre Reformation für Katholiken kein Grund zum Feiern seien, seien eine "wichtige Warnung" für ein "ehrliches Gespräch unter Weggefährten" gewesen. Der Dialog über diese Äußerungen habe das ökumenisches Miteinander vertieft. Junkermann hob hervor, dass der katholische Magdeburger Bischof und Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Gerhard Feige, "nicht unerheblichen Anteil" daran habe, dass 2017 nicht die Kirche, sondern ein Christusfest gefeiert werde.

Die bis zum 5. November laufende Sonderausstellung dokumentiert die katholische Beurteilung des Reformators in den vergangenen 500 Jahren. Gegliedert ist die Schau in fünf Kapitel. Sie thematisieren zunächst die gemeinsamen Wurzeln, dann den Bruch, die polemischen Auseinandersetzungen über mehrere Jahrhunderte und schließlich die langsame Wiederannäherung im 20. Jahrhundert.

(KNA)

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