Heinrich Bedford-Strohm (l.) und Kardinal Kurt Koch
Heinrich Bedford-Strohm (l.) und Kardinal Kurt Koch

04.04.2017

Kardinal Koch und Bedford-Strohm über gemeinsames Abendmahl "Bleibt das Ziel"

Der Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, und der EKD-Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, haben ihre Absicht bekräftigt, auf ein gemeinsames Abendmahl hinzuarbeiten.

"Es kann gar kein anderes Ziel geben, als dass wir an denselben Altar kommen", sagte Koch in Ulm bei einer ökumenischen Tagung. Nach Bedford-Strohms Ansicht ist dieses Zusammenkommen nicht sehr schwer, da Christus selbst zum Abendmahl einlade und in der Feier selbst präsent sei.

Erarbeitung einer gemeinsamen Erklärung?

Koch warb für die Erarbeitung einer gemeinsamen Erklärung zu Kirche, Eucharistie und Amt ähnlich wie die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre, die der Vatikan und der Lutherische Weltbund 1999 in Augsburg unterschrieben hatten. In der Frage des gemeinsamen Abendmahls solle allerdings kein Zeitdruck gemacht werden. Wichtiger sei eine solide theologische Basis.

Bedford-Strohm sprach sich dafür aus, das gemeinsame Abendmahl nicht erst an das Ende eines ökumenischen Prozesses zu setzen. Wenn man es schon früher feierte, könne das dem Prozess Kraft geben.

Kirchliche Traditionen und theologische Reflektionen würden ad absurdum geführt, wenn sie die Nöte der Menschen vergessen, betonte der Ratsvorsitzende im Blick auf konfessionsverschiedene Ehen, die nicht gemeinsam zum Abendmahl gehen dürften.

"Kein Zurück" und "kein Darüber hinaus"

Als Problem betrachtet es Bedford-Strohm, dass die katholische Kirche die Ordination von Frauen ablehne. Er selbst sei "extrem dankbar" für die Frauenordination und könne sich eine Kirche ohne Pfarrerinnen nicht mehr vorstellen. Auch Koch hält das für ein trennendes Thema. Evangelischerseits gebe "kein Zurück", katholischerseits "kein Darüber hinaus", sagte er.

Nach Kochs Worten gibt es in der römischen Kurie keine Opposition gegen Papst Franziskus und seinen Kurs, allenfalls verschiedene Meinungen. Vieles, was Franziskus angestoßen habe, könne man nicht mehr rückgängig machen. Der Kardinal kritisierte eine "Schwarz-Weiß-Malerei" im Blick auf einen angeblich progressiven Franziskus gegenüber angeblich konservativen Vorgängern. Tatsächlich betone der amtierende Papst häufig, dass er nur in der Tradition der Päpste Benedikt XVI. und Johannes Paul II. handele.

Veranstalter des Podiums war die ökumenische Initiative "Unita Dei Cristiani". Moderiert wurde das Gespräch vom Chefredakteur der in Ulm erscheinenden "Südwestpresse", Ulrich Becker.

(epd)

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