Kardinal Woelki (r.) und Präses Rekowski beim NRW-Bürgerfest
Kardinal Woelki (r.) und Präses Rekowski beim NRW-Bürgerfest
Präses Manfred Rekowski wirbt für verantwortungsvollen...
Manfred Rekowski

03.01.2017

Präses Rekowski sieht schon jetzt große Annäherung zwischen beiden Kirchen "Zukunft der Kirche ist ökumenisch"

Viele Menschen hoffen beim Reformationsjahr 2017 auch auf ein Jahr der Ökumene. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, sieht vor allem an der Basis gute Zusammenarbeit.

domradio.de: 500 Jahre nach dem Thesenanschlag. Wie nah stehen sich die Kirchen denn heute?

Manfred Rekowski (Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland): Wenn man vor Ort in die Kirchengemeinden, in die Städte und Dörfer schaut, dann bemerkt man zum Beispiel die Nachbarschaftsökumene zwischen evangelischen und katholischen Kirchengemeinden. Das funktioniert ausgesprochen gut. Die Christen unterschiedlicher Konfessionen stehen sich sehr nahe, wir machen sehr viel gemeinsame Arbeit -  ob das jetzt die Telefonseelsorge ist oder die Seelsorge im Krankenhaus oder Hospizen. Man spürt an sehr vielen Stellen, dass evangelische und katholische Kirche sehr gut zusammenarbeiten.

domradio.de: Wo sind denn sonst die Knackpunkte, die einer endgültigen Annäherung noch im Wege stehen?

Rekowski: Es sind natürlich die Themen, die wir alle kennen. Es ist die Frage der Abendmahlsgemeinschaft, es ist eine Frage des eucharistischen Verständnisses. Da gibt es einfach theoloigische Differenzen, ebenso beim Amtsverständnis. Aber es ist immer auch die Frage der Perspektive, also worauf schauen wir? Schauen wir auf das, was uns noch trennt? Oder schauen wir auf das, was uns verbindet? Ich bin der Meinung  - und die teile ich mit vielen katholischen Christen -, dass uns sehr viel mehr verbindet, als uns trennt. Darauf zu schauen, ist für mich ein ganz wichtiger Punkt - zumal in unserer säkularisierten Gesellschaft viele Menschen eh keine Unterschiede zwischen den Kirchen mehr machen. Wir werden gemeinsam gefragt und müssen gemeinsam Antworten geben. Deswegen ist die Zukunft der Kirche auf jeden Fall ökumenisch.

domradio.de: Bischof Franz-Josef Overbeck hat dazu aufgerufen, das Reformationsjahr zum Anlass zu nehmen, "die Verbindungen mit unseren evangelischen Schwestern und Brüdern zu vertiefen". Wo sehen Sie da aus evangelischer Sicht vor allem Anknüpfungspunkte?

Rekowski: Das war eine sehr bemerkenswerte Predigt, die Bischof Overbeck am Neujahrstag gehalten hat. Ich möchte ausdrücklich hervorheben, dass das nicht selbstverständlich ist, dass er am Beginn des Jahres 2017 so intensiv auf das Thema Ökumene eingeht -  und das mit so viel Leidenschaft und so viel hoffnungsvoller Perspektive. Das hat mich außerordentlich erfreut. Und das ist auch etwas, was ich im Kontakt zu anderen Bischöfe so erlebe. Da ist eine gute Bewegung drin.

Wir müssen zum einen auf die Quelle schauen, aus der wir schöpfen. Und das ist die Heilige Schrift. Daran orientieren wir uns an den Geboten Gottes. Wir lassen uns gemeinsam Worte sagen, die wir uns als Menschen nicht selber sagen können. Und wir schauen gemeinsam hin, wo wir gefragt sind - ob das diakonisch-caritative Aufgaben sind oder der Umgang mit Flüchtlingen. Wir sind gemeinsam gefragt als Kirchen und sollten auch gemeinsam tätig werden. Anknüpfen an das, was gut gelingt - zum Beispiel in der Nachbarschaftsökumene -, aber auch nicht verschweigen, wo wir noch keinen gemeinsamen Konsens haben. Aber das hindert uns nicht daran, was getan werden muss, gemeinsam zu tun.

Das Gespräch führte Verena Tröster.

(DR)

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