Standort der ehemaligen Garnisonskirche in Potsdam
Standort der ehemaligen Garnisonskirche in Potsdam
Die Potsdamer Garnisonskirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört
Die Potsdamer Garnisonskirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört

09.04.2016

Synode gibt Millionen-Darlehen für Potsdamer Garnisonkirche Millionenkredit für umstrittenen Wiederaufbau

Anders als bei der Dresdner Frauenkirche ist der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche höchst konfliktträchtig. Nun hat die evangelische Landessynode eine Finanzspritze in Höhe von 3,25 Millionen Euro gebilligt.

Ein - zumindest teilweiser - Wiederaufbau der geschichtsträchtigen Potsdamer Garnisonkirche rückt näher. Die Fördergesellschaft von Bürgern und Organisationen der Region, die das Projekt unterstützen, beharrt nicht mehr auf einer historisch getreuen und vollständigen Rekonstruktion des barocken Gotteshauses.

Sie akzeptiert die Errichtung nur des Kirchenturms, der einst ein Wahrzeichen der Stadt war. Die Synode der Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) stimmte am Samstag für ein zinsfreies Darlehen in Höhe von 3,25 Millionen Euro an die kirchliche "Stiftung Garnisonkirche Potsdam".

1735 erbaut

Die bis 1735 errichtete Garnisonkirche war einer der bedeutendsten Bauten des norddeutschen Barock. Bekannt ist sie vor allem jedoch durch den sogenannten Tag von Potsdam am 21. März 1933. Damals trafen sich Reichskanzler Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg an den Grabstätten der beiden preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich der Große. Die Begegnung verschaffte Hitler große Unterstützung im nationalen Lager. Die Garnisonkirche steht seither symbolisch auch für die Kooperation der Nationalsozialisten mit den alten preußischen Eliten. 1945 wurde das Gotteshaus durch Bomben zerstört, die Ruine 1968 auf Veranlassung der DDR-Regierenden gesprengt.

Erste Bemühungen um eine Wiederherstellung gab es bereits vor dem Fall der Mauer durch die im Westen Deutschlands entstandene Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel. Sie ließ das Geläut wiederherstellen und übergab es 1991 der Stadt Potsdam. Anschließend einigte sich die Organisation jedoch nicht mit der Stadt und der evangelischen Kirche über die spätere Nutzung. Sie stellte bereits gesammelte Spenden in Höhe von sechs Millionen Euro nicht für einen Wiederaufbau zur Verfügung, der nicht ihren Vorstellungen entsprach.

Die Pläne wurden dennoch weiterentwickelt. 2004 gründete sich die "Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche", vier Jahre später die kirchliche "Stiftung Garnisonkirche". Für das Projekt machten sich auch prominente Unterstützer stark, so der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Berliner Bischof, Wolfgang Huber, und Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD).

Kontroversen um den Wiederaufbau

Die EKBO tritt für eine Nutzung als Stadtkirche und Versöhnungszentrum ein. Diese Funktion greift seit 2011 bereits eine temporäre Kapelle auf dem Gelände auf. Dessen ungeachtet machte sich 2014 eine Bürgerinitiative "Für ein Potsdam ohne Garnisonkirche" stark, hinter die sich auch die Stadtverordnetenversammlung stellte.

Zudem verstärkte sich anschließend der innerkirchliche Widerstand etwa in Form einer bundesweiten Initiative "Christen brauchen keine Garnisonkirche". Hinter ihr stehen unter anderen die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) und der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer.

Kompromiss

Angesichts der Kontroversen um den Wiederaufbau legte der heutige evangelische Berliner Bischof Markus Dröge einen Vermittlungsvorschlag vor. Er plädiert für einen Wiederaufbau des Turms in seiner äußeren historischen Form und für ein Kirchenschiff, wenn auch dieses wiedererrichtet werden soll, in moderner Gestalt. "Das Gesamtkonzept müsste neben der historischen Kontinuität durch den Wiederaufbau des Turms auch den Bruch mit der Tradition zum Ausdruck bringen", so Dröge.

Seit bald drei Jahren liegt die baurechtliche Genehmigung zur Errichtung des Turms vor. Die Gesamtkosten dafür werden mit 37,8 Millionen Euro veranschlagt. Dafür sagte der Bund bereits 12 Millionen Euro zu. Die Garnisonkirchen-Stiftung will für den ersten Bauabschnitt weitere 7,8 Millionen Euro durch Spenden und kirchliche Mittel aufbringen. Dazu gehört auch das nun genehmigte EKBO-Darlehen.

Gregor Krumpholz
(KNA)

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