Margot Käßmann
Margot Käßmann

31.10.2015

Margot Käßmann zum Reformationstag "Uns verbindet mehr als uns trennt"

Am heutigen Reformationstag eröffnen evangelische Christen in Straßburg das neue Themenjahr "Reformation und die Eine Welt". Das zeige die internationale Dimension des Reformationsjubliäums 2017, sagt Reformationsbotschafterin Käßmann im domradio.de-Interview. 

domradio.de: Der Reformationstag wird dieses Jahr besonders in Straßburg. Warum dort?

Margot Käßmann (Reformationsbotschafterin der evangelischen Kirche): Wir haben ja die Vorbereitungen für das Reformationsjubiläum 2017 tatsächlich auf zehn Jahre ausgedehnt und immer Themenjahre gehabt. Dieses letzte Themenjahr 2015/2016 steht nun unter dem Motto "Reformation und die Eine Welt". Das wollten wir nicht in Deutschland eröffnen, sondern klar zeigen, dass dies kein rein deutsches Ereignis ist. Deshalb sind wir in Straßburg. Dort feiern wir einen Gottesdienst und darauf folgt ein staatlicher Festakt. Das ist schon ziemlich gut platziert dort in Straßburg mit seinen europäischen Einrichtungen.

domradio.de: Der große Tag ist dann in zwei Jahren der 31. Oktober 2017.

Käßmann: Ja, es wird ein einmaliger gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Darüber freue ich mich sehr. Die Vorbereitrungen nehmen sehr an Fahrt auf. Am 31. Oktober 2016 werden wir zum Start in dieses besondere Jubiläumsjahr einen Reformationstruck durch 67 Städte in Europa schicken. Da wird gefragt werden, was Reformation heute vor Ort bedeutet. Da werden Thesen eingesammelt, die dann nach Wittenberg kommen, wo wir einen Sommer der Reformation begehen werden von Mai bis Oktober. Dort gibt es dann auch eine Weltausstellung Reformation. Und auch diese wird nicht nur evangelisch und deutsch sein, sondern sehr international und mit einem ganz klaren ökumenischen Akzent.

domradio.de: Stichwort Ökumene: Wie ist denn ihr Eindruck von der aktuellen Situation der Zusammenarbeit der christlichen Kirchen?

Käßmann: Die Zusammenarbeit hier in Deutschland ist auf jeden Fall wesentlich besser geworden. Am Anfang gab es doch einige Befürchtungen, dass die Evangelischen ein antikatholisches Lutherfest feiern würden. Das ist überhaupt nicht der Fall! Die Protestanten haben von Anfang an gesagt: Im ökumenischen Zeitalter, wo uns mehr verbindet als uns trennt, können wir z.B. feiern, dass wir unsere ganz tiefe Abneigung überwunden haben. Ich weiß noch, als am Reformationstag die Katholiken gedüngt haben und an Allerheiligen die evangelischen Bauern. Symbolisch wurde da die Auseinandersetzung der Kriege weitergeführt. Und da ist heute klar: Uns verbindet mehr als uns trennt. Im Reformationsjahr wird es auch Versöhnungsgottesdienste geben, einen offiziellen, aber auch in den Gemeinden, wo wir alle miteinander feiern können, und auch das Heilen der Erinnerung und der Differenzen miteinander feiern.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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