Bischof Gerhard Feige
Bischof Gerhard Feige

16.04.2015

Gerhard Feige ist seit zehn Jahren Bischof von Magdeburg Keine Angst vor Gegenwind

Als "Ökumene-Bischof" eckt Gerhard Feige im Dialog der Kirchen manchmal auch an. Der 63-Jährige steht seit genau zehn Jahren an der Spitze des Bistums Magdeburg.

Gerhard Feige ist ein Mann der klaren Worte. In der Ökumene und bei innerkatholischen Reizthemen scheut sich Ostdeutschlands dienstältester katholischer Bischof nicht, klar Position zu beziehen. "Wacht und betet" (Vigilate et orate) lautet der bischöfliche Wahlspruch Feiges, der 1951 in Halle/Saale geboren und 1978 in Magdeburg zum Priester geweiht wurde. Für ihn bedeutet das "engagierte Gelassenheit" in seinem Amt. Sie muss sich immer wieder bewähren in Deutschlands der Mitgliederzahl nach zweitkleinstem Bistum. Dessen rund 86.000 Katholiken leben in extremer Minderheitenlage in einer Gesellschaft, die den Kontakt zur Kirche weitgehend verloren hat.

Die Gemeinschaft mit den Christen anderer Konfessionen hat für Feige deshalb einen hohen Rang. Schon vor seiner Bischofsweihe machte er sich als Ökumene-Experte einen Namen in der Wissenschaft. Als Erfurter Professor für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Ostkirchenkunde befasste sich Feige intensiv mit den Beziehungen zwischen der katholischen und den orthodoxen Kirchen. Nun leitet er die Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Damit ist er in besonderer Weise mit den Kontakten zu den anderen christlichen Konfessionen beauftragt.

Wichtiges Thema: Ökumene

Derzeit steht vor allem die Ökumene mit den evangelischen Kirchen ganz vorne auf Feiges Terminplänen. Sein Bistum liegt in den Kernlanden der Reformation, deren 500-Jahr-Gedenken 2017 ansteht. Schon 2008 warnte er viel beachtet vor einer "Jubel- und Profilierungsfeier des Protestantismus mit antikatholischen Spitzen".

Zugleich wirbt Feige für eine gemeinsame Interpretation von Beginn und Wirkungen der Ereignisse, die zur Spaltung in katholische und evangelische Kirche führten. "Ich hoffe, dass wir Christen uns 2017 ein gutes Stück weiter aufeinander zu bewegt haben und dass die Ökumene bis dahin noch einige neue und wichtige Impulse erhält", betont Feige.

Verständnis für Wiederverheiratete und Geschiedene

Auch auf anderen Gebieten hält sich Feige nicht mit offenen Worten zurück. Zugleich bedauert er, dass die Kommunikation in der Kirche "aggressiver geworden ist", etwa mit Blick auf den Status der geschiedenen und wiederverheirateten Katholiken. Der Bischof äußert Verständnis für deren Wunsch, zu den Sakramenten zugelassen zu werden, und hofft auf Fortschritte bei der Bischofssynode im Herbst in Rom.

In einem "ähnlichen Spannungsverhältnis" sieht Feige die Verpflichtung der römisch-katholischen Priester zur Ehelosigkeit. In beiden Fragen erinnert er an die Ausnahmeregelungen, die es in der Kirche der Antike gab und die in der heutigen Orthodoxie fortbestehen. "Wenn man öffentlich über dieses Thema nachdenkt, entrüsten sich jedoch manche maßlos", bedauert der Bischof.

"Keiner, der dem Zeitgeist hinterherläuft"

Dabei sieht Feige sich "weder als Funktionär, der bestimmte Positionen einfach nur durchstellt, noch als jemand, der dem Zeitgeist hinterherläuft". Er versucht, Verständnis für katholische Überzeugungen zu wecken, zugleich aber auch, sich "in die Situation der Menschen hineinzudenken und nach gangbaren Lösungen zu suchen".

Für neue Wege ist Feige auch mit Blick auf die Gemeindestrukturen offen. So hält er es für "wenig hilfreich", wegen des Priestermangels immer mehr Pfarreien zu fusionieren. Erstmals übertrug er zu Jahresbeginn die Verantwortung für eine Kirchengemeinde einem Team von Laien unter Moderation eines Priesters. "Interessante Anregungen" erhält er dazu vom französischen Partnerbistum Chalons-en-Champagne. Feige wirbt dafür, die Christen sollten sich "als schöpferische Minderheit verstehen", anstatt ihre Diasporasituation nur als "Unglücksfall" zu deuten.

Gregor Krumpholz
(KNA)

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