Landesbischof Weber
Landesbischof Weber

20.01.2015

Leitende Geistliche würdigen verstorbenen Landesbischof Weber Tiefe Betroffenheit

Führende Geistliche würdigen den verstorbenen früheren Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber. Die Deutsche Bischofskonferenz würdigte Weber als "hoch angesehenen ökumenischen Partner“.

Seine Berichte gehörten zu den inhaltlichen Höhepunkten der jährlichen Synoden der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Wenn der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber als Catholica-Beauftragter der Lutheraner ans Rednerpult schritt, war ihm auch die Aufmerksamkeit der Gäste aus den unierten und reformierten Landeskirchen und natürlich aus der Ökumene sicher.

Denn die immer kenntnisreichen und bei allen kritischen Anmerkungen von Sympathie und nicht nachlassendem Interesse geprägten Beobachtungen über wichtige Entwicklungen in der katholischen Kirche boten sowohl protestantischen als auch katholischen Hörern immer Anlass zum Nach- und Weiterdenken. Nun ist Weber - noch kein Jahr nach Beginn seines Ruhestandes - 65-jährig einem Krebsleiden erlegen.

Feige: Ökumene verliert leidenschaftlichen Mitstreiter

Zahlreiche Beileidsbekundungen aus den verschiedenen Kirchen zeigen, dass er in seinen Ämtern nicht nur intellektuell zu überzeugen wusste, sondern auch viele freundschaftliche Beziehungen zu seinen "Partnern" pflegte. Mit dem Tod Webers verliere die Ökumene "einen leidenschaftlichen Mitstreiter", so etwa der Vorsitzende der Ökumenekommission der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gerhard Feige. "Mit seiner reichen Erfahrung und seinem unermüdlichen Engagement hat er sich in höchstem Maß um die Ökumene verdient gemacht."

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, nannte ihn eine "herausragende evangelische Persönlichkeit". Besonders in ökumenischen Gesprächen sei sein Urteil "weitsichtig und verbindlich" gewesen. Für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), deren Vorsitzender Weber von 2007 bis 2013 war, würdigte ihn sein Nachfolger, der katholische Bischof Karl-Heinz Wiesemann, als "wichtigen Brückenbauer", der immer das Miteinander der Kirchen, vor allem der multilateralen Ökumene, im Blick gehabt habe.

Weber stammte aus dem hessischen Ehringshausen und wurde nach dem Theologiestudium in Wuppertal, Göttingen und Oldenburg auf das reformierte Bekenntnis ordiniert. In Frankfurt promovierte er im Fach Kirchengeschichte mit einer Arbeit zur Kirchenrechtsbildung und religiös-ethischen Normierung in Ostfriesland und Emden bis Ende des 16. Jahrhunderts. Im ostfriesischen Greetsiel war auch seine erste Pfarrstelle.

Für seinen Lebensweg bedeutsam war die Leuenberger Konkordie von 1973, mit der die protestantischen Kirchen einander Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft gewähren. So konnte er - nach weiteren Stationen in Oppenheim am Rhein und als Propst (Regionalbischof) von Süd-Nassau im Jahr 2002 Bischof der lutherischen Kirche von Braunschweig werden - eine Generation vorher noch eine unvorstellbare Karriere. Nur folgerichtig ist, dass sein letztes Amt das des geschäftsführenden Präsidenten der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) mit Sitz in Wien war - wie die "Leuenberger Kirchengemeinschaft" heute heißt.

Bei seiner Verabschiedung als Landesbischof im April 2014 hob Weber hervor, der gemeinsame Auftrag aller Christen sei "die Predigt des Wortes vom Kreuz". Es gehe nicht um die eigenen Befindlichkeiten, Welterklärungen, Bedürfnisse oder die vermeintlichen Bedürfnisse der Hörer und Hörerinnen, nicht um Event und Spektakel, die "ohnehin noch nie die Herzen und Seelen der Menschen erreicht" hätten.

"Evangeliumsgemäß als Katholik, Orthodoxer, Freikirchler, Anglikaner und Evangelischer leben", so Weber damals, "das heißt auch, aus der Freude an Gott das Ungewöhnliche, das Neue nicht länger als das Unmögliche ansehen. Aufstehen, weitergehen, die Niedergeschlagenheit ertragen und doch der Resignation wehren."

(KNA)

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