Alten Menschen Hoffnung geben auch in Corona-Zeiten
Alten Menschen Hoffnung geben auch in Corona-Zeiten

06.12.2020 - 08:00

Wort des Bischof Hoffnung ohne Ende

Glaube, Hoffnung, Liebe – das sind die christlichen Tugenden. Heute stellt Kardinal Woelki die Hoffnung in den Mittelpunkt seines Impulses: "Ich meine die Hoffnung, die uns wirklich ein ganzes Leben lang tragen kann. Unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott."

Glaube, Hoffnung, Liebe – das sind die christlichen Tugenden. Sie sind hoffentlich treue Begleiter für jeden von uns. Die brauchen wir unbedingt in unserem Leben. Der Advent, das ist die Zeit, in der wir uns besonders um die christliche Tugend der Hoffnung bemühen. Ich meine natürlich nicht die Hoffnung, die wir auf schönes Wetter setzen, auf weiße Weihnachten. Nicht die Hoffnung auf einen Sechser im Lotto. Ja, nicht einmal die Hoffnung, dass eine schwere Krankheit endlich heilt.
Ich meine die Hoffnung, die uns wirklich ein ganzes Leben lang tragen kann. Unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott. Der jeden von uns geschaffen hat. Der jede von uns liebt. Der bei uns ist und uns niemals alleine lässt. Dieser Gott, der für uns Mensch geworden ist – damals vor 2000 Jahren in Bethlehem. Auf ihn setzen wir unsere ganze Hoffnung. Gerade jetzt im Advent, der in diesem Jahr wegen der Corona-Einschränkungen so viele Dinge in unserem Leben völlig verändert.

Gerade in diesen Wochen vor Weihnachten können wir die Adventszeit nutzen und uns gegenseitig von dieser Hoffnung erzählen. Wir sind besonders eingeladen, gerade jetzt, wo wir uns auf die Feier der Geburt Jesu vorbereiten, mit der schwangeren Gottesmutter Maria auch ihre freudige Hoffnung zu teilen. Eine Hoffnung, die all unsere Dunkelheiten hell macht. Unsere Hoffnung auf den lebendigen, auf den liebenden Gott, der uns rettet. Eine Hoffnung, die uns auch in schweren Tagen die nötige Kraft zum Leben gibt, weil Jesus uns verheißt, dass er am Ende alles zum Guten führen wird. Er wird alle Tränen von unseren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal, wenn er wiederkommt. Denn auch daran erinnert uns Weihnachten.

In dieser großen Hoffnung wünsche ich Ihnen einen frohen und gesegneten 2. Advent.
 
Ihr
Rainer Woelki 
Erzbischof von Köln