Zum Papstbesuch im September hat Kolumbien eine neue Briefmarke präsentiert
Zum Papstbesuch im September hat Kolumbien eine neue Briefmarke präsentiert

04.09.2017 - 10:00

Papstreise nach Kolumbien Mission: Versöhnung

Wenn Papst Franziskus vom 6. bis 11. September 2017 nach Kolumbien reist, besucht er ein Land, das versucht, über 50 Jahre Bürgerkrieg zu überwinden.

Es war ein historischer Moment, als das kolumbianische Parlament Ende November 2016 dem Friedensvertrag zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla zustimmte. Vier Jahre Verhandlungen auf Kuba waren dem vorausgegangen. Das Abkommen sollte das Ende eines Bürgerkrieges besiegeln, der mehr als 50 Jahre angedauert hatte und in dessen Verlauf über 200.000 Menschen getötet und fünf Millionen vertrieben wurden. Für das Friedensabkommen wurde Präsident Juan Manuel Santos 2016 auch mit dem Friedensnobelpreis geadelt.

Doch von einem wahren Frieden ist Kolumbien noch weit entfernt: Gewalt gehört nach wie vor zur Realität des Landes, immer noch wird gemordet, vertrieben und entführt. Immer noch kämpfen in manchen Regionen Rebellen und wieder erstarkte Paramilitärs um die Vormacht. Und gesellschaftlich ist das Land tief gespalten: ist es richtig, ehemaligen FARC-Kämpfern eine Amnestie zu gewähren und sie als politische Partei zuzulassen? Human Rights Watch sprach in diesem Zusammenhang von einem „Festival der Straflosigkeit“, man opfere die Gerechtigkeit für zehntausende Opfer und deren Angehörige, so der Vorwurf.

Das Leid der Kolumbianer ist auch nach 53 Jahren nicht vorbei. Mit seinem anstehenden Besuch will Papst Franziskus den Menschen Mut machen: Die Versöhnung steht im Mittelpunkt seiner Kolumbienreise. Aber: Wie kann Versöhnung angesichts von Folter und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gelingen? Was sind die Wurzeln dieses Konfliktes und welche Rolle spielt die Kirche im Friedensprozess? Domradio.de-weltweit berichtet über Erwartungen an die Papstreise, die Hintergründe des Konfliktes in Kolumbien und die Menschen, die sich in dem von Kriegen zerrissenen Land nach nichts mehr sehnen als nach Frieden.

Moderation: Ina Rottscheidt
(Adveniat)