Sancta Agatha in Santa Cecilia in Trastevere, römisch-katholische Kirche aus dem 5. Jahrhundert in Rom, Italien
Sancta Agatha in Santa Cecilia in Trastevere, römisch-katholische Kirche aus dem 5. Jahrhundert in Rom, Italien

05.02.2020 - 06:38

Morgenimpuls von Schwester Katharina Agatha – Schutzpatronin der Feuerwehr

Am 5. Februar, um genau zu sein, dem Tag der Heiligen Agatha, werden einigen Brauchtümer gepflegt. Denn Agatha wird seit frühchristlicher Zeit als Schutzpatronin gegen Feuer und Brand geachtet. Doch was hat es mit der Verehrung auf sich? 

Wir Katholiken sind schon manchmal ein interessantes Völkchen, speziell wir Katholiken in Olpe, hier im Sauerland. Heute zum Beispiel fasten ganz viele von uns. Geben im Laufe der nächsten Tage Almosen in eine Kiste in der Kirche, die dann am Sonntag dem Bürgermeister gebracht wird, damit er akute Not schnell lindern kann. Wir gehen am Sonntag ins Hochamt, wo der Rat der Stadt ein uraltes Gelübde dem Pastor nachsprechen wird, dann in Anbetungsstunden, hören abends eine hoffentlich gute Predigt, erstmals nach 355 Jahren von einer Frau gehalten, gehen mit dem Allerheiligsten durch die mit Kerzen beleuchtete Stadt und singen mit Inbrunst vom "Haus voll Glorie, schauet weit über alle Land" und dann nach Hause oder ins Pfarrhaus zur Party mit köstlichen italienischen Speisen und gutem Wein.

Und warum das Ganze? Zunächst, weil mal wieder die Stadt abgebrannt war und deshalb der Rat der Stadt 1665 beschlossen hatte, dieses Gelübde abzulegen, um die heilige Agatha als Schutzpatronin gegen Feuersnot zu bitten ihre Stadt zu verschonen, weil auf die Fürsprache der Heiligen in Catania auf Sizilien mehrfach ihre Stadt vor dem Ausbruch des Ätna verschont worden war. Wenn sich über viele hundert Jahre bis heute die Verehrung für eine junge Frau aus dem dritten Jahrhundert erhalten hat, muss doch etwas mehr dran sein als nur Brauchtumspflege und Respekt vor alten, überlieferten Texten. Und genau das ist es, glaube ich. Agatha, diese junge Frau, steht für die vielen Christinnen und Christen in der langen Geschichte des Christentums, die mit Mut, starkem Glauben, innerer Freiheit und Gelassenheit, für Jesus Christus eingetreten sind. Auch wenn es sie das Leben gekostet hat. Es ist gut, himmlische Fürsprecher zu haben, die auch uns in existenziellen Nöten, in Kirche und Gesellschaft zur Seite stehen und auch Vorbild sein können.

(DR)