Domkantor Oliver Sperling zeichnet Sängerinnen des Mädchenchores aus
Domkantor Oliver Sperling zeichnet Sängerinnen des Mädchenchores aus

04.02.2018 - 10:00

Pontifikalamt im Kölner Dom am fünften Sonntag im Jahreskreis "Wir sind die Schüler Jesus"

Jesus habe seine Jünger geschult, damit sie ihm nachfolgen konnten. Diese Schulung gelte auch für alle Gläubigen heute, erklärte Weihbischof Ansgar Puff und machte an fünf Punkten deutlich, worauf es Jesus ankomme.

"Jesus schult seine Jünger, denn er möchte, dass sie weiterführen, was er begonnen hat", begann Weihbischof Ansgar Puff seine Predigt am fünften Sonntag im Jahreskreis im Kölner Dom. Damit Jesu Haltung und Mentalität die Jünger prägte schulte er sie. "Aber nicht durch Seminare oder Bücher", betonte Puff, "er lässt sie einfach mit leben".

Auch die Gläubigen heute seien Schüler Jesu. "Das Evangelium zeigt uns, was Jesus wichtig war und ist." Puff erkannte darin fünf Dinge, die Jesus für seine Nachfolger wichtig seien.

Aufrichten und aufgerichtet werden

Die Auferstehung findet im Alltag statt, betonte Puff. "In all den Momenten, in denen wir untergehen, kaputt sind oder krank, alles das ist Jesus nicht unwichtig." Darum sei es wichtig, dass man sich immer wieder daran erinnere, "wann der Herr uns aufgerichtet hat", so wie er auch die Schwiegermutter des Petrus "aufrichtete", als diese mit Fieber im Bett lag.

An der Stelle wies Puff darauf hin, dass zur Beschreibung dieser Szene im Griechischen dasselbe Wort verwendet wurde, wie für die Auferstehung. "Das Wort Aufrichten ist dasselbe Wort, das in den Evangelien für die Auferstehung steht", erklärte Puff.

Genauso müsste man auch den eigenen Auftrag wahrnehmen, nämlich "das weiter machen, was wir gelernt haben: andere aufrichten."

Es gibt Dämonen

"Dämonen sind Kräfte, die wir Menschen in unser Leben lassen, weil wir glauben, dass sie unseren Lebensdurst stellen, aber anstatt dass es uns lebendig macht, zerstört es uns", sagte Puff. Als Beispiele nennt er Drogen, Pornografie, Unersättlichkeit oder Streitsucht.

Den Jüngern zeigte Jesus, wie mit Dämonen umzugehen sei: "Er lässt ihnen keinen Raum, es gibt keinen Kompromiss, er verjagt sie, denn er weiß, dass die Menschen sonst kaputt gehen und nicht zugänglich sind für die gute Nachricht."

In dem Zusammenhang nennt der Weihbischof ein konkretes Beispiel und spricht auch den bevorstehenden Karneval an: "Da gehört doch Untreusein und Fremdgehen fast schon zum Programm, sagen manche", so Puff. "Vorsicht", warnt er dann: "Weg mit diesen Gedanken, mahnte Jesus."

Keine Starallüren, sondern Nachfolge und Verkündigung

Es sei Jesus nicht darum gegangen, berühmt zu werden, so Puff. "Es geht ihm um Nachfolge." Als die Jünger zu ihm gehen, um ihm zu sagen, dass er nun berühmt werde, weil er Wunder vollbracht habe, ist Jesus Reaktion klar: "Lasst uns woanders hingehen."  Bewundern wir Jesus oder folgen wir im als Schüler?“, fragte Puff die Gläubigen.

Jesus sei gekommen, um zu verkünden, betonte Puff. "Du kannst ganz anders leben, richtig glücklich sein, wenn Du Dich ein bisschen von ihm beherrschen lässt", sagte der Weihbischof. Das sei die gute Nachricht, die jeden verändere, der es höre. "Die Umkehr ist dann, diesem Evangelium zu vertrauen." Dabei sei man an das gebunden, was Jesus gelebt und gelehrt hat.

Das Gebet ist das Fundament von allem

Jesus sei morgens früh aufgestanden, um zu beten. "Er wollte die Intimität mit seinem Vater spüren und in seiner Nähe sein und wissen, was er von ihm wolle", erklärte Puff. Wie aber sieht ein "richtiges Gebetsleben" heutzutage aus? "Ein richtiges Gebetsleben schützt vor Übereifer und auch vor Trägheit", so Puff. 

Das Gebet sei das Fundament, schloss Puff, die Verkündigung die Aufgabe und das Wichtigste: Christus trete bei der Eucharistiefeier in die Mitte, und lasse die Menschen ohne ihr Zutun auferstehen. 

Pontifikalamt im Kölner Dom am fünften Sonntag im Jahreskreis 

DOMRADIO.DE übertrug am fünften Sonntag im Jahreskreis das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Ansgar Puff. Es sang der Mädchenchor am Kölner Dom unter der Leitung von Oliver Sperling. In diesem Pontifikalamt wurde besonders der verstorbenen Domkapitulare und Weihbischöfe gedacht.

Auch die Taten Jesu sind Worte; sie sagen, wer Jesus ist und was er will. Er heilt Kranke und treibt Dämonen aus. Jesus hat uns gezeigt, was ein Menschenleben sein kann: Dienst für die Menschen bis zum Äußersten.

Und immer wieder geht er in die Stille; der Mensch Jesus braucht die Stunden des einsamen Gebets, der tiefen Gemeinschaft mit dem Vater. Dann kann er wieder zu den Menschen gehen. Die Jünger sollen das sehen und lernen. aus: Schott-Messbuch