Erzbischof Joachim Kardinal Meisner
Erzbischof Joachim Kardinal Meisner

10.06.2011 - 08:40

Kardinal Meisner erinnert an göttlichen Ursprung der Vernunft Hohes Pfingstfest

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat zu Pfingsten an die Christen appelliert, stärker auf Gottes Botschaft zu hören. "Wir haben uns Pfingsten und eigentlich immer auf Empfang einzustellen", <a href="http://www.domradio.de/comet/audio/mp3/26998.mp3" target="_blank">sagte er am Sonntag im Kölner Dom</a>. Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch verglich Pfingsten mit einer Energiewende.

Alle "Programme", die nicht vom Geiste Gottes gesendet würden, müssten abgeschaltet werden, mahnte Meisner. Zu leicht könne sonst der Glaube von "dunklen Mächten" überlagert und gefangen genommen werden, sagt er und erinnerte an die Zeit des Nationalsozialismus.

Die menschliche Vernunft ist nach Auffassung Meisners göttlichen Ursprungs. "Die menschliche Vernunft ist von Gott den Menschen gegeben", führte er aus. "Sie ist eines der größten und vornehmsten Geschenke Gottes." Eine freie Vernunft gebe es nicht, vielmehr sei sie "Trägerfrequenz" von Gottes Sendungen. Nötig sei eine "Entrümpelung unserer Vernunft". Der Geist Gottes sei bei den Menschen, "die um die Angewiesenheit ihrer Vernunft auf die Erleuchtung des Heiligen Geistes wissen, die eine Ahnung davon haben, wie leicht und wie schnell ihr Glaube von dunklen Mächten überlagert und gefangen genommen werden kann."  Das zeigten uns die großen Heiligen und die großen Verführer der Menschheit: "der hl. Ma-ximilian Kolbe im Hungerbunker in Auschwitz und zur selben Zeit Adolf Hitler auf dem Obersalzberg in Bayern."  

Zollitsch: In der Öffentlichkeit für den Glauben einstehen
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, ruft die Christen zum Pfingstfest dazu auf, in der Öffentlichkeit für ihren Glauben einzustehen. "Wir sind Tag für Tag neu gefordert, als Dolmetscher des Evangeliums den Glauben in die Sprache der Menschen zu übersetzen", sagte Zollitsch am Sonntag in seiner Pfingstpredigt im Freiburger Münster.

Pfingsten komme einer Energiewende gleich, sei "die Energieoffensive Gottes für uns Menschen", betonte Zollitsch. Diese Energie, dieser Geist Gottes, führe zur alles entscheidenden Wende, sagte der Erzbischof unter Bezugnahme auf das in der neutestamentlichen Apostelgeschichte berichtete Pfingstereignis. Aus ängstlichen Jüngern würden mutige Apostel, aus Resignation werde Zuversicht und Hoffnung, aus Niedergeschlagenheit Tatkraft zum Guten.

Im Münchner Dom warnte Kardinal Reinhard Marx vor dem "Verharren in den eigenen liebgewordenen Vorstellungen". Wenn in den vielfältigen Diskussionen über den Weg der Kirche Rechthaberei, Misstrauen und Angst herrschten, sei Gottes Geist nicht am Werk. Die Gespräche zu den aktuellen Herausforderungen in den Bistümern und auf Ebene der katholischen Kirche in Deutschland bräuchten Offenheit und die Bereitschaft, die Sprache des anderen verstehen zu lernen.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker betonte, dass die biblische Botschaft auf die Weitergabe durch Menschen angewiesen sei. Die Menschheit gerate immer mehr in einen "selbstmörderischen Wahnsinn", in dem sich die "Maschine des Fortschritts" immer schneller drehe, sagte Becker in seiner Predigt im Paderborner Dom. Nötig seien daher heute mehr denn je "Menschen, die nicht Luxusartikel vertreiben und die nicht politische Propaganda machen, sondern nach der Seele des Menschen fragen". Priester würden heute umso dringender gebraucht, je fremder sie in der Welt der Geschäfte und der Politik würden, erklärte Becker bei der Weihe von fünf neuen Priestern am Samstag im Paderborner Dom.

Overbeck ruft zur Verkündigung des Evangeliums auf
Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat an Pfingsten dazu aufgerufen, sich vom Geist Gottes berühren zu lassen und das Evangelium zu verkünden. "Für die Kirche gilt es, hinaus zu springen in die Weite des Auferstandenen, sich auf die Welt einzulassen und an den Leiden und Hoffnungen der Menschen teilzunehmen", sagte er am Sonntag in seiner Pfingstpredigt im Essener Dom. Zugleich warnte er die Kirche davor, "einen Fluchtweg in falsche Sicherheiten und in alte Gewohnheiten zu suchen". Pfingsten ist für die Christen das Fest des Heiligen Geistes. Er ist nach kirchlicher Lehre in die Welt gesandt, um Person, Wort und Werk Jesu Christi in der Geschichte lebendig zu erhalten.

Pfingsten ist für die Christen das Fest des Heiligen Geistes. Er ist nach kirchlicher Lehre in die Welt gesandt, um Person, Wort und Werk Jesu Christi in der Geschichte lebendig zu erhalten.