Das Kolpingwerk will sich neu aufstellen
Porträt von Adolph Kolping

31.10.2021 - 14:00

Festmesse in der Kölner Minoritenkirche 30. Jahrestag der Seligsprechung Adolph Kolpings

Mit einer Festmesse in der Kölner Minoritenkirche hat das Kolpingwerk den 30. Jahrestag der Seligsprechung Adolf Kolpings begangen. Den Gottesdienst feierte der neue Generalpräses von KOLPING INTERNATIONAL, Msgr. Christoph Huber.

"Solche Leitbilder wie Adolph Kolping brauchen wir für die Kirche von heute", so würdigte Papst Johannes Paul II. den Gründervater der katholischen Gesellenvereine an dessen Grab in der Kölner Minoritenkirche am 15. November 1980. Der Papst griff damit einem weiteren Schritt schon fast vor: Fast elf Jahre später, am 27. Oktober 1991, sprach er den Sozialpionier in Rom selig und führte damit formell das Verfahren zu einem vorläufigen Ausgang, das der Kölner Erzbischof Karl Josef Schulte schon 1937 eröffnet hatte.

Adolph Kolping gilt heute vielen als Personifikation des katholischen Sozialwesens. Das von ihm 1849 gegründete Kolpingwerk verfolgte das Ziel, etwas gegen die Armut des beginnenden Industriezeitalters zu tun.

Die Identifikation mit dem Gründervater ist im Kolpingwerk so stark wie eh und je. So war die Seligsprechung vor 30 Jahren ein maßgebliches Ereignis für die internationale Organisation. Und sie soll noch nicht das Ende sein: Weiterhin arbeitet das Kolpingwerk auf die Heiligsprechung des Priesters hin.

Neuer Generalpräses

Im Rahmen der Generalratstagung von Kolping International, die pandemiebedingt digital stattfand, hatten 37 Delegierte aus 29 Ländern am Samstag mit großer Mehrheit Msgr. Christoph Huber (53) zum neuen Generalpräses gewählt. Er steht dem internationalen Generalvorstand vor und wird den weltweiten Verband gemeinsam mit dem Generalpräsidium leiten.

Christoph Huber kommt gebürtig aus Bayern (Deutschland), wo er seit 2010 in der Leitung des Kolpingwerkes in München und Freising engagiert ist sowie als Landespräses im Kolpingwerk Bayern. Für den Schritt auf das internationale Kolpingparkett und in die Eine-Welt-Arbeit zeigt er sich hochmotiviert: "Es ist mir eine Freude und Ehre, den Kolpinggeschwistern weltweit als Generalpräses zu dienen. Dabei möchte ich den Wert der Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellen, die ich bei Kolping immer erlebe. Wir sind Kolping – alle miteinander. Das zu fördern muss, so glaube ich, das erste Ziel sein. Und aus der Gemeinschaft erwächst unsere Wirksamkeit in Projekten und Aktionen. Wenn wir weltweit eng zusammenstehen, führt uns Adolph Kolping in eine gute Zukunft. Davon bin ich überzeugt."

Msgr. Christoph Huber ist damit der zehnte Nachfolger von Adolph Kolping. Die Amtszeit beträgt zehn Jahre, Wiederwahlen sind möglich. Seine offizielle Einführung als Generalpräses wird am 04. Dezember, dem Kolping-Gedenktag, mit einem Festgottesdienst in der Kölner Minoritenkirche erfolgen (live übertragen auf domradio.de).

Alt-Generalpräses Msgr. Ottmar Dillenburg gratulierte herzlich zur erfolgreichen Wahl: "Mit Christoph Huber haben wir einen hervorragenden Nachfolger für das Amt des Generalpräses gefunden. Ich bin davon überzeugt, dass er das Amt authentisch, engagiert und mit Freude ausfüllen wird." Ottmar Dillenburg hatte nach Ablauf der zehnjährigen Amtszeit nicht erneut als Generalpräses kandidiert. Er kehrt in sein Heimatbistum Trier zurück, wo er zum Leitenden Priesterreferenten und Leiter der Abteilung "Seelsorge und Pastorales Personal" im Bischöflichen Generalvikariat berufen wurde.

Im Zentrum des Generalrats standen neben der Wahl des Generalpräses noch zwei weitere Personalia. Bei der Wahl des Generalsekretärs wurde mit großer Mehrheit Dr. Markus Demele für weitere sechs Jahre in seinem Amt bestätigt. "Ich bin froh und dankbar, mich weiterhin für unseren internationalen Verband einsetzen zu dürfen. Die Kirche im Ganzen und jedes der Länder, in denen es Kolpingsfamilien gibt, braucht die Tatkraft und den Sinn für das Gemeinwohl. Beides hat Adolph Kolping uns aufgetragen. Kolping wächst weltweit und hilft jeder und jedem Einzelnen beim persönlichen Wachstum. Daran mitwirken zu dürfen, ist mir eine Ehre", so der alte und neue Generalsekretär.

Zudem wurden fünf weitere Mitglieder für den Generalvorstand von KOLPING INTERNATIONAL gewählt. Dieser bleibt in unveränderter Besetzung bestehen: Manuel Hörmeyer (Kolpingwerk Deutschland), Erich Reischmann (KOLPING Schweiz), Paul Nguyen Huu Nghia Hiep (KOLPING Vietnam), Dancille Mujawamariya (KOLPING Ruanda) und Rufino Rodríguez (KOLPING Honduras) wurden für weitere vier Jahre in ihrem Amt bestätigt.

Die nächste Generalrat von KOLPING INTERNATIONAL soll 2023 in Köln/ Deutschland stattfinden. Dazu Markus Demele: „Wir sind erleichtert, dass wir die heutige Tagung über alle Kontinente hinweg gut digital durchführen konnten. Ein Ersatz für den lebendigen Austausch im persönlichen Miteinander ist das jedoch nicht. Wir beten und hoffen, dass bald wieder regionale, kontinentale und auch internationale Treffen möglich sind."