Erzbischof Fouad Twal

Erzbischof Fouad Twal / © Jan Hendrik Stens (DR)
Erzbischof Fouad Twal / © Jan Hendrik Stens (DOMRADIO.DE)

Erzbischof Fouad Twal, seit 2008 Lateinischer Patriarch von Jerusalem und damit höchster Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land, wird am Freitag 75 Jahre alt. Gemäß dem Kirchenrecht muss er mit Erreichen dieser Altersgrenze dem Papst seinen Amtsverzicht anbieten. On Franziskus diesen zeitnah annimmt, ist offen.

Der Jordanier Twal wurde am 23. Oktober 1940 als fünftes von neun Kindern einer christlichen Familie geboren. Er gehört einem alten christlichen Beduinenstamm in Jordanien an, für den Gastfreundschaft eine große Rolle spielte. Nach seiner Priesterweihe und sechs Jahren in verschiedenen Pfarreien ging Twal 1972 zur Promotion in Kirchenrecht nach Rom. Anschließend wechselte er als erster Araber in die diplomatische Akademie des Heiligen Stuhls und diente 18 Jahre als Kirchendiplomat, unter anderem von 1988 bis 1990 in Deutschland.

Twal beklagte Stillstand im Friedensprozess

1992 wurde Twal zum Erzbischof von Tunis ernannt, 2005 zum Koadjutor und designierten Nachfolger des Palästinensers Michel Sabbah als Patriarch von Jerusalem. 2008 übernahm Twal das Patriarchenamt als Oberhaupt der meist arabischen Katholiken des westlichen Ritus in Israel, den palästinensischen Gebieten, Jordanien und Zypern. Sein Vorgänger Sabbah (82) verfocht als Palästinenser die palästinensische Sache. Der Jordanier Twal blieb dagegen im politischen Diskurs diplomatischer. Allerdings beklagte auch er regelmäßig den Stillstand im Nahost-Friedensprozess. Die Christen ermunterte er stets, trotz ihrer schwierigen Lage im Land zu bleiben.

Im Heiligen Land sind bereits Namen für eine mögliche Nachfolge Twals im Umlauf. Dazu gehören der Palästinenser William Schomali (65), Weihbischof in Jerusalem, der Jordanier Erzbischof Maroun Elias Lahham (67), derzeit Patriarchalvikar in Amman, der italienische Kustos der Franziskaner im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa (50), sowie der international weniger bekannte Sekretär der Bischofskonferenz, Pietro Felet (69), ebenfalls gebürtig in Italien. (KNA)