Erklärung des Generaloberen der Priesterbruderschaft Sankt Pius X.

"Angewidert vom deutschen Episkopat"

Die traditionalistische Pius-Bruderschaft hat die für Samstag angekündigten Subdiakonatsweihen vom bayerischen Zaitzkofen an den Sitz des Mutterhauses nach Econe im Wallis verlegt. Der Generalobere Bernard Fellay begleitet diese Ankündigung mit scharfen Angriffen auf die deutschen Bischöfe. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) dokumentiert Fellays Erklärung vom Dienstag in eigener Übersetzung aus dem Französischen.

 (DR)

Auf Wunsch des Heiligen Stuhls haben wir entschieden, die Subdiakonatsweihen, die im deutschen Zaitzkofen am Samstag, 28.
März, stattfinden sollten, zu verlegen. Sie finden nun am gleichen Datum im Seminar in Econe in der Schweiz statt.

Diese Entscheidung versteht sich als Geste der Beruhigung nach Aufhebung der ungerechten Verurteilungen, die auf den Bischöfen der Pius-Bruderschaft lasteten, und den heftigen Reaktionen, die darauf folgten. Tatsächlich bedauern wir, dass einige Bischofskonferenzen diesen Umstand benutzt haben, einen offenen Aufstand gegen den Souveränen Pontifex zu führen. Wir sind besonders angewidert von der Haltung des deutschen Episkopats, der uns unablässig seine unbarmherzige Feindseligkeit gezeigt hat, die jeder Nächstenliebe entbehrt und ständige Unterstellungen hervorbringt. Die deutschen Bischöfe behandeln die Bruderschaft, wie es der Heilige Vater richtigerweise in seinem Brief vom 10. März bezeichnet hat: "auf die man ruhig mit Hass losgehen darf".

Wir wissen, dass unsere Lage mit Blick auf das Kirchenrecht unvollkommen ist. Das ist nicht neu und auf engste verbunden mit der Krise, die die Kirche derzeit durchlebt, und mit dem Notstand, der sich daraus ergibt. Daher führt es zu nichts, das Recht für den Versuch zu bemühen, das Leben unserer Priesterbruderschaft zu ersticken. Die anderen Weihen werden stattfinden wie vorgesehen; ihre Absage hat nie zur Debatte gestanden. Tatsächlich sollte das entgegenkommende Handeln des Heiligen Stuhls nicht als der Wille interpretiert werden, die Bruderschaft Pius X. zu ersticken.

Wir halten uns an den durch das Dekret vom 21. Januar angekündigten Zeitplan, der "notwendige Gespräche" über das Zweite Vatikanische Konzil sowie über seine Neuerungen vorsieht. Wir versichern den Heiligen Vater aufs Neue unseres Gebetes, auf dass diese Gespräche über lehrmäßige Fragen das Licht der vollen Wahrheit strahlen lassen mögen.

Menzingen, 24. März 2009

+ Bernard Fellay