Papst-Astronom: Kirche hat von Galilei gelernt

Internationales Jahr der Astronomie

2009 ist das internationale Jahr der Astronomie. Damit erinnert die UNO an die ersten Entdeckungen von Galileo Galilei vor genau vierhundert Jahren. Der Vatikan will das zum Anlaß nehmen, um das Band zwischen Kirche und Wissenschaft wieder etwas fester zu knüpfen. Der "Fall Galilei" hat nach Auffassung der vatikanischen Chef-Astronomen Jose Gabriel Funes positive Wirkungen auf die Kirche gehabt.

 (DR)

Durch Galileo Galilei (1564-1642) sei die Einsicht gewachsen, dass man die Bibel nicht buchstäblich verstehen dürfe, sagte der Jesuit und Leiter der Päpstlichen Sternwarte laut einem Bericht von Radio Vatikan am Freitag. Außerdem sei die Auseinandersetzung mit Galilei ein Lehrstück für die Zukunft, wenn die Kirche mit neuen wissenschaftlichen Thesen oder kulturellen Herausforderungen konfrontiert werde, auf die sie nicht vorbereitet sei.

Der später von der römischen Inquisition verurteilte Naturwissenschaftler aus Pisa begann vor genau 400 Jahren seine bahnbrechenden Forschungen mit dem Fernrohr. Die UNO hat deshalb 2009 zum «Internationalen Jahr der Astronomie» erklärt. Funes sagte, die moderne Astronomie könne helfen, sich Glaubensfragen anzunähern.

Die Kenntnis von der Stellung der Erde in einem Universum von 100 Milliarden Galaxien lasse den Menschen seine Zerbrechlichkeit und seine Abhängigkeit vom Schöpfer erkennen, so der Jesuit.