UN will drohende Katastrophe mit Notfallplan verhindern

Hunger am Horn von Afrika

4,6 Millionen hungernde Menschen alleine in Äthiopien - am Horn von Afrika droht eine Hungerskatastrophe, warnen die Vereinten Nationen. Und wollen nun etwas tun: Ein Notprogramm soll helfen. Seine Finanzierung ist allerdings noch nicht gesichert.

 (DR)

Das Welternährungsprogramm (WFP) will ein Notprogramm zur Versorgung der rund 4,6 Millionen hungernden Menschen in Äthiopien auf den Weg bringen. Eine katastrophale Dürre und die rapide gestiegenen Lebensmittelpreise auf den Weltmärkten hätten die Lage in dem afrikanischen Land in den vergangenen Monaten dramatisch verschlimmert, teilte die UN-Organisation am Freitag in Genf mit.

Allerdings sei die Finanzierung des Notprogramms noch nicht gesichert, teilte die größte humanitäre Organisation der Welt weiter mit. Um rund 370.000 Tonnen Lebensmittel zu erwerben, brauche das WFP noch rund 300 Millionen US-Dollar. Die UN-Organisation rief die internationale Gemeinschaft auf, die benötigten Gelder bereitzustellen.

Auch die Regierung Äthiopiens habe um weitere internationale Hilfe gebeten, so das WFP. Bislang habe das WFP rund 3,2 Millionen Menschen in Äthiopien mit Lebensmitteln versorgt. Die Organisation betonte, dass insbesondere Kinder, schwangere Frauen und Kranke vom Hungertod bedroht seien.

Das Welternährungsprogramm will auch seine Hilfe in Haiti ausweiten. Bislang versorgen die UN-Helfer rund 800.000 Haitianer mit Lebensmitteln, bis zum Ende des Jahres sollen 2,3 Millionen Haitianer Lebensmittelrationen des WFP erhalten. Haiti gehört laut dem UN-Entwicklungsindex zu den ärmsten Staaten der Erde. Die steigenden Lebensmittelpreise trafen die Bevölkerung besonders hart. Es kam deshalb bereits zu gewalttätigen Protesten.