Bauern fordern Milchfonds - Erzeuger setzen auf Seehofers Unterstützung - Minister strebt langfristige Lösung an --Von Nadine Schimroszik und Tonia Haag--=
Milchbauern-Präsident Romuald Schaber sagte, die Milchbauern hätten in den Gesprächen ihre Forderungen eingebracht, unter anderem eine Steuerung des Angebots, um höhere Preise erzielen zu können. Bei Landwirtschaftsminister Seehofer habe er «Ernsthaftigeit gesehen, die Probleme der Milchbauern lösen zu wollen». Nötig seien in jedem Fall «schnelle erste Schritte». Ob es anderesnfalls erneut zu einem Mlichlieferstopp kommen könnte, ließ er offen.
Vor dem Treffen hatte Seehofer als Ziel ausgegeben, nachhaltige und gute Bedingungen für die deutschen Milchbauern schaffen zu wollen. An dem Gespräch mit Seehofer hatten die Spitzen des Deutschen Bauernverbandes (DBV), des Bundesverbandes der Milchviehhalter (BDM) sowie einige Landesministern und Staatssekretäre teilgenommen. Die Milchbauern kritisieren, dass die nach dem Lieferstopp vorgenommenen Preisaufschläge nicht bei ihnen ankommen.
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, forderte eine langfristige Absicherung der deutschen Milchbauern. Dafür müsse das Angebot an Milch der Nachfrage angepasst werden. Die momentan «extrem schlechten Preise» seien durch Erpressung durch den Marktführer beim Lebensmitteleinzelhandel entstanden. Das sei ein Fall fürs Kartellamt.
Seehofer sagte, die Regierung könne keine Milchpreise vereinbaren, sondern nur die strukturellen Bedingungen in Brüssel und Berlin verändern. Er wolle sich bei den verschiedenen Treffen alles anhören, besprechen und dann «ein vernünftiges Gesamtpaket» am Ende erreichen. In den kommenden Tagen sollen weitere getrennte Gespräche mit Molkereien und Vertretern des Handels folgen. Laut Seehofer ist «Schritt für Schritt» wohl schneller eine Einigung zu erzielen.
Der BDM hatte vor rund zwei Wochen einen bundesweiten Lieferstreik organisiert, um seine Forderung nach einem Erzeugerpreis von 43 Cent je Liter durchzusetzen. Bisher erhöhten unter anderem die Discounter Lidl, Aldi und die Lebensmittelkette Edeka ihre Milchpreise. Andere Milchprodukte, wie Sahne, Butter oder Quark, sind noch nicht teurer geworden.
Bauern sehen "Diktatur" beim Milchpreis
Kommt ein Milchfond?
Bundesagrarminister Horst Seehofer hat sich am Donnerstag nach einem Gespräch mit Vertretern der deutschen Bauern zuversichtlich gezeigt, dass man zum Ende der Gesprächsreihe zu "guten Ergebnissen" kommen könne. Über konkrete Resultate des erste Treffens wollte er sich jedoch nicht äußern. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte er am Abend in Berlin. Die Milchbauern fordern einen Milchfond, der stabile Preise garantiert.
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