Warnstreik der Kommunal- und Staatsorchester

Instrumente bleiben stumm

Die deutschen Kommunal- und Staatsorchester haben am Dienstag mit ihren angekündigten Warnstreiks begonnen. Wie die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) mitteilte, beteiligen sich zunächst die Hamburger und die Dortmunder Philharmoniker, die Staatsorchester Stuttgart und Oldenburg, die Magdeburgische Philharmonie, das Orchester des Pfalztheaters Kaiserslautern, die Badische Staatskapelle Karlsruhe, das Bayerische Staatsorchester München und die Nürnberger Philharmoniker. Betroffen seien derzeit nur Proben, nicht aber Aufführungen und Konzerte. In den kommenden Tagen sollen weitere Orchester folgen.

 (DR)

Die DOV hatte die Streiks in der vergangenen Woche als Protest gegen die Abkopplung der Musikergehälter von der Tarifentwicklung des öffentlichen Dienstes angekündigt. Der Arbeitgeberverband Deutscher Bühnenverein (DBV) habe diese Tarifbindung in den im Frühjahr 2007 unterbrochenen Tarifverhandlungen in Frage gestellt. Auch die Anfang 2008 erfolgte Lohnerhöhung für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in den alten Bundesländern von 2,9 Prozent (neue Länder: 1. Mai 2008) gelte nicht für die künstlerisch Beschäftigten der Staatstheater.

"Entgegen einer weit verbreiteten Meinung sind die Musiker in den deutschen Kommunal- und Staatsorchestern keine Beamten", sagte der Geschäftsführer der DOV, Gerald Mertens. Die Musiker wollten in Zukunft "nicht besser, aber eben auch nicht schlechter behandelt werden, als die Bühnenarbeiter oder das Personal in der Theater-, Landes- oder Stadtverwaltung."