Papst warnt vor Verharmlosung von Drogen in Sozialen Medien

Bildung als Schlüssel zur Prävention

Das Thema Drogenabhängigkeit hat viele Facetten. Oft verharmlost, können Suchtkrankheiten jedoch ganze Familien zerstören oder auch in die Kriminalität führen. Über all das sprach der Papst jetzt vor Experten.

Segen von Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Segen von Papst Leo XIV. / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. warnt vor einer Verharmlosung von Drogen durch entsprechende Inhalte im Internet. "In unserer heutigen Zeit, in der die Sozialen Medien so häufig gefährliche Falschinformationen verbreiten, die diese Risiken verharmlosen, muss die Aufklärung bereits in der Familie beginnen und in der Schule vertieft werden", sagte er am Freitag im Vatikan. Bildung sei der Schlüssel zur Prävention. Fundierte Aufklärung befähige Kinder und Jugendliche, "die tiefgreifende Zerstörung zu erkennen, die Drogen mit sich bringen".

Blick auf den Petersdom hinter der Engelsbrücke am Tiber / © Jan Woitas (dpa)
Blick auf den Petersdom hinter der Engelsbrücke am Tiber / © Jan Woitas ( dpa )

Betäubungsmittel hätten verheerende Auswirkungen auf das Gehirn, den Körper, das persönliche Verhalten sowie auf das Gemeinwohl, sagte der Papst bei einer Audienz für Teilnehmer einer Internationalen Konferenz über den Kampf gegen Drogen und organisierte Kriminalität in der Region der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa).

Gegen Folter und Todesstrafe

Der Papst dankte allen in Justiz und Strafverfolgung Tätigen für ihren Einsatz, denn Prävention und Bekämpfung der organisierten Kriminalität seien unverzichtbar für den Aufbau sicherer, gerechter und stabiler Gesellschaften. Dies sei eng verknüpft mit dem Respekt vor der unveräußerlichen Würde jedes Menschen, der auch für Straftäter gelte, unterstrich Leo XIV.

Dieser Respekt schließe die Anwendung der Todesstrafe, der Folter sowie jeglicher Form grausamer oder entwürdigender Bestrafung aus, hob der Papst hervor. Erforderlich seien Ansätze zur Resozialisierung und gesellschaftlichen Wiedereingliederung von Straftätern.

Kirche und Staat gemeinsam gegen Sucht

Weiter forderte er umfassende medizinische und psychologische Programme für Suchtkranke. "Ein solcher multidisziplinärer Ansatz muss den Menschen in seiner Gesamtheit in den Blick nehmen", so der Papst. Die katholische Kirche stehe durch zahlreiche Einrichtungen weltweit und langjährige Erfahrung in der Begleitung Suchtkranker bereit, die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft weiter zu vertiefen.

"Gemeinsam, im Geiste des gegenseitigen Respekts und der geteilten Verantwortung, können wir politische Maßnahmen fördern, die wahrhaft dem Gemeinwohl und der unveräußerlichen Würde jedes einzelnen Menschen dienen."

Ebenso unterstütze der Heilige Stuhl jede Initiative, die darauf abziele, ein wirksames, gerechtes, menschenwürdiges und glaubwürdiges Strafrechtssystem zu etablieren – "ein System, das in der Lage ist, die Produktion und den Handel mit illegalen Drogen zu verhindern und zu bekämpfen", so der Papst.

Robert Francis Prevost (Papst Leo XIV.)

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Robert Francis Prevost gilt als ein Kardinal der Mitte. Obwohl US-Amerikaner ist der Ordensmann in Rom, der Kurie und der Weltkirche zu Hause. Zuletzt leitete der 69-Jährige die Vatikanbehörde für Bischöfe, quasi die Personalabteilung der katholischen Weltkirche. In dieser Funktion war Prevost in den vergangenen zwei Jahren zuständig für einen Großteil der Bischofsernennungen weltweit.

Papst Leo XIV / ©  Andrew Medichini/AP (dpa)
Papst Leo XIV / © Andrew Medichini/AP ( dpa )
Quelle:
KNA