Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat sich für eine Überprüfung des Sozialstaats ausgesprochen.
Sozialpolitik müsse sich immer wieder die Frage stellen, ob sie die Menschen, die von Armut betroffen sind, wirklich erreicht und ob sie die Menschen von Anfang an zu einem selbstbestimmten Leben befähigt, heißt es in einem auf der ZdK-Frühjahrsvollversammlung in Würzburg beschlossenen Antrag. Gleichwohl sei klar, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt und eine prosperierende Volkswirtschaft einen starken Sozialstaat brauchten.
"Investitionen in Bildung, Prävention, Pflege und kommunale Infrastruktur sind deshalb keine bloßen Ausgaben und erst recht keine überhöhten Belastungen, sondern Voraussetzungen für Zusammenhalt, Teilhabe und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit", betonte das oberste katholische Laiengremium.
Hilfen aus einer Hand
Das Katholikenkomitee warnte vor einer Umkehrung der sozialpolitischen Debatte. Aus der berechtigten Frage nach Effizienz und fairer Finanzierung dürfe nicht die Botschaft werden: "Das Soziale ist zu teuer." Der Sozialstaat werde nur dann zu teuer, wenn er "zu spät hilft, zu bürokratisch organisiert ist, Kommunen überfordert und Prävention vernachlässigt".
Grundlegendes Ziel von Reformen müsse es sein, Menschen in die Lage zu versetzen, ihr Leben selbst zu gestalten. Deshalb brauche es Prävention sowie ein breites Angebot in der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und der Pflege.
Wichtig sind aus Sicht des Katholikenkomitees unbürokratische Hilfen aus einer Hand. Es brauche "einen Antrag, eine Ansprechperson, einen Hilfeplan und eine Entscheidung". Mit digitaler Antragstellung, verbindlichen Fristen und automatischer vorläufiger Hilfe bei Zuständigkeitsstreitigkeiten könne Menschen am schnellsten geholfen werden.