Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) fordert von der Politik ein stärkeres Vorgehen gegen Organisierte Kriminalität.
Die Bekämpfung solcher krimineller Strukturen sei nicht nur eine polizeiliche Angelegenheit, sondern betreffe auch das Vertrauen der Bevölkerung in Staat und Gesellschaft, sagte ZdK-Generalsekretär Marc Frings am Mittwoch bei der Frühjahrsvollversammlung des Gremiums in Würzburg.
Das Katholikenkomitee forderte die Einrichtung von Runden Tischen zur organisierten Kriminalität auf Bundes- und Landesebene. Auf Bundesebene müsse es um eine strategische Gesamtkoordination gehen. Auf Landesebene müssten sich Sicherheitsbehörden, Justiz, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft besser vernetzen.
Vorbeugende Gegenmaßnahmen
Ziel dieser Runden Tische soll aus Sicht des ZdK sein, Entwicklungen frühzeitig zu analysieren, vorbeugende und strukturelle Gegenmaßnahmen zu entwickeln, ressortübergreifende Strategien abzustimmen und die gesamtgesellschaftliche Verantwortung sichtbar wahrzunehmen.
Im Februar hatte die Bundesregierung einen Aktionsplan für den Kampf gegen organisierte Kriminalität beschlossen. Mit Künstlicher Intelligenz, mehr Personal und einem verbesserten Informationsaustausch soll gegen kriminelle Strukturen entschlossen vorgegangen werden.
Schadenssumme in Milliardenhöhe
Nach den Bundeslagebildern zu organisierter Kriminalität und Rauschgiftkriminalität lag die Schadenssumme durch Delikte im Jahr 2024 laut Bundeskriminalamt bei 2,65 Milliarden Euro.
"Die Täter untergraben den Rechtsstaat, sie betrügen die Allgemeinheit und sie richten einen enormen Schaden auf Kosten von uns allen an", sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bei der Vorstellung des Aktionsplans. Es sei eine Frage der Gerechtigkeit, den Kampf gegen organisierte Kriminalität zu verstärken.