Künstliche Intelligenz hält im kirchlichen Alltag zunehmend Einzug, oft jedoch ohne klare Regeln.
Die am Montag veröffentlichte Studie "Digitalisierung im Raum der Kirchen" (DiRK 2026), mit mehr als 7.000 Befragten aus katholischer und evangelischer Kirche, zeigt laut Studienleiter Holger Sievert "eine weitere Digitalisierung in den deutschen Kirchen, aber auch nach wie vor eine recht große Strategielosigkeit". Zudem lägen "ethischer Anspruch und gelebte Realität bei Themen wie KI manchmal auseinander".
Mehr als die Hälfte der Kirchenmitglieder und Mitarbeitenden (54 Prozent) nutzt demnach generative KI-Anwendungen wie ChatGPT, vor allem für Recherchen und Texterstellung. Zugleich arbeitet ein großer Teil kirchlicher Einrichtungen ohne verbindliche Vorgaben für den KI-Einsatz. Fast jede fünfte befragte Person gab an, KI-Tools auch bei einem möglichen Verbot weiter nutzen zu wollen.
Forderung nach ethischen Standards
Die Befragten sprechen sich zugleich klar für ethische Leitlinien und menschliche Letztverantwortung bei sensiblen Entscheidungen aus. Als größte Hürde für den KI-Einsatz gilt fehlendes technisches Know-how. Nur wenige Mitarbeitende nutzen bislang eine größere Bandbreite an KI-Technologien. Insgesamt attestiert die Studie den Kirchen Fortschritte bei der Digitalisierung, aber fehlende strategische Konzepte.
Wichtigster Social-Media-Account für Kirchenmitglieder ist nach den Studienautoren Instagram. Rund ein Viertel der Befragten folgt christlichen Influencern. Besonders erfolgreich seien Akteure im Umfeld von Landeskirchen oder Bistümern (20 Prozent), während US-amerikanische Content-Creator in Deutschland deutlich weniger relevant sind (5 Prozent). Eine klare Mehrheit (62 Prozent) wünscht sich Online-Gottesdienste weiterhin oder erneut.