Der Präsident des Kindermissionswerks 'Die Sternsinger', Pfarrer Dirk Bingener, äußert sich besorgt über die Besetzung des Vorsitzes der Kinderkommission im Deutschen Bundestag durch die AfD. "Die Kinderkommission trägt eine besondere Verantwortung: Sie soll die Interessen von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt der parlamentarischen Arbeit stellen." Der Vorsitz sei nicht nur ein Amt, sondern vielmehr eine verantwortungsvolle Aufgabe und ein wichtiges politisches Signal.
Aus der langjährigen Arbeit mit Kindern weltweit betont Bingener: "Kinderrechte sind unteilbar. Sie gelten für alle Kinder – unabhängig von Herkunft, Religion, sozialem Status oder familiärer Situation." Die Kommission brauche einen Vorsitz, der Vertrauen schafft – bei Familien, Fachorganisationen, Kirchen und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Politische Positionen, die Ausgrenzung betreiben, Vielfalt infrage stellen oder Solidarität begrenzen, stünden "im Widerspruch zum Grundverständnis und zu den Werten der Kinderkommission".
Forderung nach Haltung der demokratischen Parteien
Das Kindermissionswerk fordert in einer Pressemitteilung die demokratischen Parteien auf, Haltung zu zeigen und gemeinsam für die Kinderrechte einzutreten. "Es muss alles dafür getan werden, dass die Kommission nicht für parteipolitische, populistische oder ideologische Zwecke instrumentalisiert wird", so Bingener.
Die Kinderkommission sei ein Ort, an dem die Interessen junger Menschen verbindend und verantwortungsvoll vertreten werden – und an dem christliche Werte wie Achtung, Verantwortung und Zusammenhalt wirksam werden. "Die Kinderkommission muss ein Raum bleiben, in dem diese Werte gelebt werden", betont Bingener.
Das Kindermissionswerk 'Die Sternsinger'
Das Kindermissionswerk 'Die Sternsinger' ist das Kinderhilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland und unterstützt jährlich rund 800 Projekte für benachteiligte Kinder in ca. 80 Ländern. Bekannt sind sie durch die Sternsingeraktion, die das Kindermissionswerk gemeinsam mit dem BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) jedes Jahr organisiert. Mit Einnahmen von 75 Millionen Euro (2024) setzt es sich für Kinderrechte weltweit und Bildungsarbeit ein.