DOMRADIO.DE: Hängt bei Ihnen schon die Deutschlandflagge am Kloster in Olpe?
Schwester Katharina Hartleib (Olper Franziskanerin): Tatsächlich noch nicht. Zum einen ist das noch so lange hin und zum anderen habe ich bisher noch ein wirkliches WM-Gefühl. Aber ich kenne mich ja, wenn es losgeht, kriege ich doch Lust.
DOMRADIO.DE: Nimmt Ihnen die US-Politik mit ihrem unberechenbaren Präsidenten die Leichtigkeit? Hemmt dieser Unsicherheitsfaktor das Hinfiebern auf diese Spiele?
Schwester Katharina: Ja, auf alle Fälle. Ich bin so ein Fußballfan, dass ich wahrscheinlich doch dem Ganzen verfalle, sobald es losgeht. Im Moment ist es aber noch so, dass es eigentlich nicht um Fußball, sondern nur um Politik geht. Es geht um Macht und um Geld, und das macht keinen Spaß.
DOMRADIO.DE: So oder so wird in einem Monat der Ball rollen. Ist Deutschland ein Titelkandidat?
Schwester Katharina: Auf keinen Fall. Ich habe nicht das geringste Gefühl, dass das gut gehen könnte. Natürlich kann man das nicht endgültig vorhersehen. Wir wissen, dass bei diesen Spielen manchmal die ganz kleinen Dinge eine große Rolle spielen, und die Deutschen waren darin oft gut. Aber im Moment fällt es mir schwer, daran zu glauben.
DOMRADIO.DE: Könnte der Fußball insgesamt auch eine positive Wirkung auf das Seelenheil der Menschen haben, weil sie mal die Sorgen zur Seite legen können?
Schwester Katharina: Das kann ich mir gut vorstellen. Viele Leute mögen Fußball, und wenn es richtig gut läuft, dann steckt das natürlich an. Andererseits sind die Zeiten, an denen gespielt wird, dieses Mal nicht so gut. Ich persönlich kann weder abends um elf noch nachts um drei ein Spiel gucken und ich weiß nicht, wie viele Leute das können.
Das Interview führte Carsten Döpp.