Das Kindermissionswerk "Die Sternsinger" zeigt sich besorgt darüber, dass eine AfD-Abgeordnete künftig den Vorsitz in der Kinderkommission des Deutschen Bundestages übernimmt. "Die Kinderkommission trägt eine besondere Verantwortung", sagte der Präsident des Kindermissionswerks, Pfarrer Dirk Bingener, am Samstag in Aachen. "Sie soll die Interessen von Kindern und Jugendlichen in den Mittelpunkt parlamentarischer Arbeit stellen, deren Rechte stärken und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern." Der Vorsitz dieses Gremiums sei daher nicht nur ein organisatorisches Amt, sondern "ein wichtiges politisches Signal".
Die Kinderkommission brauche einen Vorsitz, der Vertrauen bei Familien, Fachorganisationen, Kirchen und zivilgesellschaftlichen Initiativen schaffe, und nicht zuletzt bei den Kindern selbst, erklärte Bingener. Sie müsse ein Raum bleiben, in dem christliche Werte von Achtung, Verantwortung und Zusammenhalt praktisch wirksam werden. Der Vorsitz durch die AfD belaste dieses Vertrauen erheblich. "Kinderrechte gelten für alle Kinder, unabhängig von Herkunft, Religion, sozialem Status oder familiärer Situation", betonte er.
Kinderkommission existiert seit 1988
Die Kommission zur Wahrnehmung der Belange der Kinder (Kinderkommission) im Bundestag gibt es seit 1988. Sie ist ein Unterausschuss des Ausschusses für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Am kommenden Montag wechselt der Vorsitz in dem Gremium turnusmäßig von dem CDU-Abgeordneten Michael Hose an die AfD-Abgeordnete Angela Rudzka. Sie hatte vor dem Hintergrund des Wechsels ein "Arbeitsprogramm" vorgelegt, das bei den Mitgliedern der Kommission auf Kritik stieß.
"Die Sternsinger" forderten die "demokratischen Parteien" auf, Haltung zu zeigen. Sie müssten gemeinsam für die Kinderrechte eintreten und alles dafür tun, dass die Kommission nicht für parteipolitische, populistische und ideologische Zwecke instrumentalisiert werde.