Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat am Freitag seinen letzten Auftritt im Bundesrat absolviert. In einer emotionalen Rede forderte er die Ministerpräsidenten auf, das föderale Prinzip weiter hochzuhalten. Es solle nur das "nach oben verlagert werden, was unten nicht erledigt werden kann". Dabei verwies der scheidende Ministerpräsident auch auf die katholische Kirche.
Wörtlich sagte der Katholik Kretschmann: "Die katholische Kirche hat der Gesellschaft ein großes Geschenk gemacht: Das ist die Subsidiaritätslehre." Das Subsidiaritätsprinzip stammt aus der katholischen Soziallehre. Demnach soll eine höhere Institution nur dann eingreifen, wenn eine Aufgabe auf niedrigerer Ebene nicht gelöst werden kann. Dieses Prinzip solle auch stärker in der EU greifen, so Kretschmann. Sie solle sich weniger mit kleinteiligen Dingen als mit großen Fragen beschäftigen. Er verabschiedete sich mit den Worten: "Ihnen alles Gute und Gottes Segen".