Israelischer Soldat steckt Marienstatue Zigarette in den Mund

Internationale Empörung

Wieder hat sich ein israelischer Soldat im Christendorf Debel im Libanon an einer christlichen Figur vergriffen. Israels Armee verspricht Aufklärung. Die Franziskanerkustodie im Heiligen Land verurteilte den Vorfall.

Schaufenster eines Geschäfts mit Heiligenfiguren in Antelias im Libanon / © Francesca Volpi (KNA)
Schaufenster eines Geschäfts mit Heiligenfiguren in Antelias im Libanon / © Francesca Volpi ( KNA )

Erneut hat das antichristliche Verhalten eines israelischen Soldaten international Empörung ausgelöst. Wie israelische Medien am Mittwochabend berichteten, wurde der Mann dabei fotografiert, wie er in einem südlibanesischen Dorf einer Marienstatue eine Zigarette in den Mund steckte.

Auf Online-Plattformen, wo das Foto kursierte, reagierten viele Nutzer schockiert. Israels Armee kündigte eine Untersuchung an. Die Aufnahme sei bereits vor mehreren Wochen entstanden, hieß es. Ein solches Verhalten sei "in keiner Weise mit den Werten vereinbar", die von den Soldaten erwartet würden.

Franziskaner empört

Die Franziskanerkustodie im Heiligen Land verurteilte den Vorfall als "respektlos und empörend". "Wir fordern die israelische Regierung und das Militär auf, zu handeln und eine klare Botschaft zu senden, dass solches Verhalten inakzeptabel ist", hieß es in einer Erklärung. Der Fall müsse "mit größter Ernsthaftigkeit" behandelt werden.

Der Fall ereignete sich den Angaben zufolge im Christendorf Debel. Dort hatte im vergangenen Monat ein israelischer Soldat ein Kruzifix zerstört - und damit weltweite Empörung ausgelöst. Die Armee bestrafte ihn und einen weiteren Soldaten mit 30 Tagen Militärhaft und übergab der Gemeinde ein neues Kreuz. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versprach, Christen zu schützen und die Religionsfreiheit zu achten.

Libanon

Der Libanon ist geprägt durch das Nebeneinander zahlreicher Religionen. Mit etwa 30 Prozent hat die parlamentarische Demokratie den größten Anteil Christen in der Arabischen Welt. Die Muslime - Sunniten und Schiiten - machen inzwischen wohl mehr als 60 Prozent aus. Offiziell anerkannt sind 18 Religionsgemeinschaften, darunter die Minderheiten der Drusen und Alaviten.

Symbolbild: Flagge des Libanon / © Yulia Grigoryeva (shutterstock)
Symbolbild: Flagge des Libanon / © Yulia Grigoryeva ( shutterstock )
Quelle:
KNA