Landesbischof Gohl wirft Trump Gotteslästerung vor

"Er hat den Bogen überspannt"

Der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl kritisiert die US-Regierung, weil sie den christlichen Glauben für ihre Zwecke missbrauche. In der Auseinandersetzung mit der AfD zeigt sich Gohl selbstkritisch.

Der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl kritisiert die US-Regierung, weil sie den christlichen Glauben für ihre Zwecke missbrauche / © Kenny Holston/Pool The New York Times/AP (dpa)
Der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl kritisiert die US-Regierung, weil sie den christlichen Glauben für ihre Zwecke missbrauche / © Kenny Holston/Pool The New York Times/AP ( dpa )

Der württembergische evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl hat US-Präsident Donald Trump Gotteslästerung vorgeworfen. 

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl / © Bernd Weißbrod (dpa)
Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl / © Bernd Weißbrod ( dpa )

Die Veröffentlichung seines KI-Bildes als jesusgleicher Retter und Trumps Behauptung, Gott schütze ihn vor Attentaten, seien blasphemisch, sagte Gohl im Interview der "Stuttgarter Zeitung" von Dienstag. "Damit hat er den Bogen überspannt, das befremdet sogar seine christlichen Fans." Der Bischof zog eine Linie zu Adolf Hitler, der nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat von Vorsehung gesprochen habe.

Aus christlicher Sicht kein gerechter Krieg

Gohl warf der US-Regierung Missbrauch von Religion vor, um den Iran-Krieg zu rechtfertigen. Aus christlicher Sicht könne es keinen gerechten Krieg geben.

Ein mit Künstlicher Intelligenz erstelltes Bild von US-Staatspräsident Donald Trump in Gestalt eines Erlösers auf seiner Plattform "Truth Social", gepostet am 13. April 2026 / © @realDonaldTrump/truthsocial.com (KNA)
Ein mit Künstlicher Intelligenz erstelltes Bild von US-Staatspräsident Donald Trump in Gestalt eines Erlösers auf seiner Plattform "Truth Social", gepostet am 13. April 2026 / © @realDonaldTrump/truthsocial.com ( KNA )

Im Blick auf die hohen Zustimmungswerte für die AfD sagte der Landesbischof selbstkritisch, die Kirchen und die politischen Parteien müssten sich fragen, "ob wir rechtsorientierten Menschen zu wenig Heimat geben". Nicht alles, was rechts ist, sei auch extrem. Wichtig sei daher immer, im Gespräch und im Austausch zu bleiben. Zugleich betonte Gohl, die AfD stehe für menschenverachtende Inhalte und wolle kirchliche Institutionen "kaputt machen".

 

 

 

Quelle:
KNA