Ein Großeinsatz der Feuerwehr am Bonner Münster in der Nacht von Freitag auf Samstag sorgt für Rätselraten. Wie die Feuerwehr am frühen Samstagmorgen mitteilte, hatte ein Anrufer am Abend zuvor dunkle Rauchschwaden im Bereich des 80 Meter hohen Vierungsturms der knapp 1.000 Jahre alten Kirche im Herzen der Bundesstadt gemeldet.
Umgehend seien daraufhin zahlreiche Einsatzkräfte zum Münsterplatz beordert worden. "Zwei Trupps gingen zur Erkundung mit Wärmebildkamera und angelegten Atemschutzgeräten in die Spitze des Turms vor, konnten aber keine Ursache finden." Parallel sei der Turm von außen kontrolliert worden, zunächst mit der Wärmebildkamera einer Drohne.
Bienen summen in der Luft
In der Zwischenzeit war den Angaben zufolge eine Rauchentwicklung nicht mehr nachweisbar. Da ein Feuer definitiv ausgeschlossen werden konnte, sei der Einsatz, an dem zeitweise 80 Feuerwehrleute beteiligt waren am Samstagmorgen gegen 04.00 Uhr beendet worden.
Laut Recherchen des WDR könnten Bienen hinter den dunklen Wolken über dem Kirchturm gesteckt haben. "Auf den ersten Blick kann man das für Rauch halten", sagte der Kölner Bienensachverständige Ralf Heipmann dem Sender. "Aber gerade wenn sich die Wolke kompakt bewegt und kein offensichtlicher Brandherd da ist, ist ein Bienenschwarm durchaus möglich."
Schwärmereien in Detmold, Hamm und Herten
In den vergangenen Tagen sorgten laut Medienberichten unter anderem in Detmold, Hamm und Herten Bienenschwärme für Aufregung. Aufgrund des warmen Wetters in diesem Frühjahr hätten die Bienen bereits sehr viel Nektar gesammelt, so Experte Heipmann. "Dann wird es im Stock schnell eng."
Deshalb verlasse dann oft etwa die Hälfte des Volkes als summende Wolke mit der alten Königin den Stock, erläuterte Heipmann. Nach dem Abflug sammelten sich die Bienen als Traube zum Beispiel an Ästen, Hausfassaden, Autos - oder eben in der Nähe von Kirchtürmen.