Der am Sonntag bevorstehende Internationale Tag der Pressefreiheit ist nach Ansicht der Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten GKP kein Grund zum Feiern. Auch in Deutschland gerieten Medien zunehmend unter Druck, beklagte der GKP-Vorsitzende Joachim Frank. Grund dafür seien vor allem Bedrohungen und Übergriffe auf Journalistinnen und Journalisten, insbesondere durch die extreme Rechte.
"Wer Journalistinnen und Journalisten angreift, egal ob körperlich oder durch Hetzkampagnen, greift unsere gesamte demokratische Gesellschaft an", betonte Frank. Als beunruhigend bezeichnet er auch eine zunehmende staatliche Überwachung sowie Einschränkungen von Informationsfreiheitsgesetzen.
Informationsfreiheit unzureichend
Mehrere Bundesländer schwächten die in Deutschland ohnehin völlig unzureichende Informationsfreiheit durch eine Verschlechterung der Gesetzeslage noch weiter, kritisierte der Vorsitzende des katholischen Journalistenverbands. Die Weiterentwicklung von Informationsfreiheits- zu Transparenzgesetzen sei mittlerweile völlig ins Stocken geraten.
"Transparenz schafft Vertrauen - eine demokratische und bürgernahe Verwaltung darf sich nicht davor fürchten, dass Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Journalistinnen und Journalisten behördliche Informationen nutzen", fügte Frank hinzu. Aus diesen Gründen unterstütze die GKP den vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) initiierten "Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien".
Appell zu Medienvielfalt in Kirche
Frank rief die Kirche dazu auf, trotz zurückgehender Kirchensteuermittel und wachsenden finanziellen Drucks ihre journalistischen Angebote zu erhalten und sie nicht zugunsten von Öffentlichkeitsarbeit oder PR zu kürzen. Die Vielfalt ihrer Presselandschaft bezeichnet er als einen "Schatz der Kirche in Deutschland". Diese Vielfalt ermögliche Diskussionen und eine kritische Öffentlichkeit innerhalb einer hierarchisch verfassten Kirche und könne ihr helfen, verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.