Predigten

"Wenn du in meinem Auftrag gehst, bin ich bei dir" – Predigt von Weihbischof Ansgar Puff

In seiner Predigt in der Kapitelsmesse am Donnerstag der vierten Osterwoche greift Weihbischof Ansgar Puff eine Legende auf, nach der Jesus nach seiner Auferstehung im Himmel Mose begegne. 

Mose sei verwundert und frage, wer sich nun um die Menschen und das Reich Gottes kümmere. Jesus beruhige ihn und erkläre, er habe die Jünger zurückgelassen und ihnen den Heiligen Geist gesandt. Daraus folgert der Weihbischof, Christus traue den Menschen zu, sein Werk fortzuführen, und gehe noch weiter. Er binde sich so eng an die Gesandten, dass er selbst in ihnen gegenwärtig sei. Wer sie aufnehme, nehme ihn auf. Jesus sage gewissermaßen: "Wenn du in meinem Auftrag gehst, bin ich bei dir."

Dieses Vertrauen verlange jedoch ein authentisches Leben, das eigene Vorstellungen nicht mit Jesu Botschaft verwechsle. Am Beispiel des Judas warne das Evangelium davor, Gottes Rolle umzudeuten und ihn den eigenen Plänen zu unterwerfen. Der Mensch neige dazu, Erfolg, Bewunderung und Kontrolle zu suchen, während Jesus den Weg des Kreuzes gehe. 

"Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr." Deshalb gelte es, am Lebensstil Jesu festzuhalten. Dazu zitierte der Weihbischof Johannes XXIII, der Mensch sei wie ein "leerer Sack", den Gott fülle. Abschließend ruft er zum Vertrauen auf Jesu Gegenwart auf.