Katholische Kirche begrüßt Stopp von Suizidbeihilfe-Gesetz in England

Für einen Tod ohne Schmerzen

Die katholische Kirche in England hat das vorläufige Scheitern des geplanten Suizidbeihilfe-Gesetzes begrüßt. Sie forderte die Abgeordneten auf, sich auf Maßnahmen zur Verbesserung der Palliativ- und Hospizversorgung zu konzentrieren.

Symbolbild Sterbehilfe / © UfaBizPhoto (shutterstock)

Das teilte der in der englischen Bischofskonferenz für den Lebensschutz zuständige Erzbischof von Liverpool, John Sherrington am Dienstag mit.

Zugleich dankte er allen Parlamentariern, die sich dafür eingesetzt hätten, die Würde jedes menschlichen Lebens zu wahren. Die Sterbebegleitung solle bis zum natürlichen Lebensende von Mitgefühl und Respekt geprägt bleiben, erklärte der Liverpooler Erzbischof.

Entwurf verfällt

Das Oberhaus des Parlaments hatte in der vergangenen Woche vorerst letztmals über den Gesetzentwurf zum assistierten Suizid beraten. In den kommenden Tagen endet die aktuelle Legislaturperiode, weshalb auch der eingebrachte Gesetzentwurf verfällt. Im Zuge der Beratungen waren mehr als 1.200 Änderungsanträge eingebracht worden. Trotz zusätzlicher Sitzungen im Oberhaus konnten nicht alle abschließend behandelt werden.

House of Parliament in London / © maziarz (shutterstock)
House of Parliament in London / © maziarz ( shutterstock )

Nach dem parlamentarischen Verfahren müsste ein entsprechendes Gesetzesvorhaben nun vollständig neu im Unterhaus eingebracht werden.
Daran übten Befürworter der Suizid-Beihilfe Kritik. Sie sprachen von einer bewussten Verzögerungstaktik. Mehrere Abgeordnete kündigten einen neuen Anlauf in der kommenden Legislaturperiode ab dem 13. Mai an.

Kritik von Kirchen

Neben der katholischen Kirche hatten sich auch Vertreter der anglikanischen Kirche zu Wort gemeldet. Die Bischöfin von Newcastle, Helen-Ann Hartley, sprach von einer moralischen Notwendigkeit, den Gesetzentwurf angemessen zu prüfen. Je intensiver die Abgeordneten den Entwurf untersucht hätten, desto mehr Bedenken seien aufgekommen, sagte Hartley laut der britischen Zeitung "The Tablet".

Auch die Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, erklärte in der Parlamentsdebatte, dass sie das Gesetz grundsätzlich ablehne.
Zugleich seien Befürworter und Gegner sich einig, dass ein Tod ohne Schmerzen, in Würde, mit möglichst wenig Angst und begleitet von Mitgefühl möglich sein sollte. Mullally arbeitete zuvor viele Jahre in Führungspositionen im englischen Gesundheitswesen.

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können.

Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Die Angebote der Telefonseelsorge haben sich immer weiter spezialisiert / © Markus Scholz (dpa)
Die Angebote der Telefonseelsorge haben sich immer weiter spezialisiert / © Markus Scholz ( dpa )
Quelle:
KNA