Papst betont weltpolitische Dimension seiner Botschaften in Afrika

"Ruf nach Frieden"

Elf Tage lang hat Papst Leo XIV. Afrika bereist. Manche seiner Reden dort wurden von Medien als Kritik an der Kriegspolitik von US-Präsident Donald Trump interpretiert. Im Rückblick erklärte der Papst, was er wirklich wollte.

Papst Leo XIV. grüßt Ordensfrauen am 21. April 2026 auf seinem Weg zum Präsidentenpalast in Malabo (Äquatorialguinea) / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. grüßt Ordensfrauen am 21. April 2026 auf seinem Weg zum Präsidentenpalast in Malabo (Äquatorialguinea) / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat im Rückblick auf seine jüngste Afrikareise erklärt, dass er bei seinem Aufenthalt dort nicht nur eine lokale, sondern auch eine weltweite Wirkung erzielen wollte. Über die Politik von US-Präsident Donald Trump sprach er bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz nicht explizit.

Dabei sagte er in englischer Sprache: "Meine Zeit dort zielte darauf, der Welt eine Botschaft des Friedens zu verkünden in einem Augenblick, der von Konflikten und häufigen Verletzungen des Völkerrechts gezeichnet ist."

"Ruf nach Frieden"

Ähnlich äußerte er sich auch in anderen Sprachen. Breiten Raum widmete er in seiner Rückschau den Botschaften, die er an die Völker und Herrscher der vier besuchten Länder gerichtet hatte. Er sagte: "Neben dem Ruf nach Frieden habe ich die schweren Ungerechtigkeiten angeprangert, die in diesen Ländern herrschen, die so reich an Rohstoffen sind; und ich habe die internationale Gemeinschaft aufgefordert, neo-koloniale Haltungen zu überwinden."

Äquatorialguinea, Malabo: Papst Leo XIV. (M) kommt am letzten Tag seines elftägigen Pastoralbesuchs in Afrika zur Feier der Heiligen Messe in das Stadion von Malabo / © Misper Apawu/AP (dpa)
Äquatorialguinea, Malabo: Papst Leo XIV. (M) kommt am letzten Tag seines elftägigen Pastoralbesuchs in Afrika zur Feier der Heiligen Messe in das Stadion von Malabo / © Misper Apawu/AP ( dpa )

Weiter dankte der Papst dafür, dass die Christen in Afrika ihm ihren Glauben und ihre Hoffnung gezeigt hätten. Diese "widersteht den Enttäuschungen, die von Ideologien und den hohlen Versprechungen der Mächtigen verursacht werden".

Dank an Christen in Afrika

Er fuhr fort: "Diese Hoffnung fordert ein konkretes Engagement, und die Kirche steht in der Verantwortung, mit ihrem Zeugnis und der mutigen Verkündigung des Wortes Gottes die Rechte aller anzuerkennen und sich für ihre wirksame Respektierung einzusetzen."

Papst Leo XIV. hatte vom 13. bis 23. April Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea besucht. Nachdem US-Präsident Trump den Papst unmittelbar vor dessen Abreise wegen verschiedener politischer Äußerungen der vergangenen Wochen scharf kritisiert hatte, waren einige Worte des Papstes in Afrika als Reaktionen auf Trump interpretiert worden.

Robert Francis Prevost (Papst Leo XIV.)

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Robert Francis Prevost gilt als ein Kardinal der Mitte. Obwohl US-Amerikaner ist der Ordensmann in Rom, der Kurie und der Weltkirche zu Hause. Zuletzt leitete der 69-Jährige die Vatikanbehörde für Bischöfe, quasi die Personalabteilung der katholischen Weltkirche. In dieser Funktion war Prevost in den vergangenen zwei Jahren zuständig für einen Großteil der Bischofsernennungen weltweit.

Papst Leo XIV / ©  Andrew Medichini/AP (dpa)
Papst Leo XIV / © Andrew Medichini/AP ( dpa )
Quelle:
KNA