Bayerns evangelisch-lutherische Kirche plant keinen flächendeckenden Eintritt für Kirchen. "Solche Modelle kommen – wenn überhaupt – nur für wenige, besonders stark touristisch frequentierte Kirchen infrage, bei denen Nutzung und Aufwand besonders groß sind", sagte eine Sprecherin der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Verantwortung dafür liege bei den jeweiligen Kirchengemeinden.
Die Nürnberger Kirche Sankt Sebald hatte in der vergangenen Woche angekündigt, ab Mitte Mai Eintritt erheben zu wollen. Medienberichten zufolge denkt auch die Nachbargemeinde der Lorenzkirche darüber nach.
Dort befindet sich der sogenannte Engelsgruß, ein berühmtes Kunstwerk von Veit Stoß von 1517/18.
Einige Kirchen erheben Gebühr schon länger
Andere evangelische Kirchen wie Sankt Jakob in Rothenburg ob der Tauber mit dem bekannten Heiligblut-Altar des Würzburger Schnitzkünstlers Tilman Riemenschneider erheben eine solche Gebühr schon länger. Die Landeskirche prüfe, ob solche Ideen sich bewährten, sagte die Sprecherin.
"Es ist sehr sinnvoll und immer schon so, dass vor Ort nach Lösungen gesucht werden muss, wie Kirchen offengehalten und finanziell getragen werden können", hieß es. Man sehe es aber als gesamtgesellschaftliche Aufgabe im Freistaat, Kirchen als Kulturdenkmäler zu erhalten. "Wichtig ist: Der Zugang zu Gebet und Gottesdienst ist und bleibt frei."