Der Papst hat das neue Oberhaupt der größten christlichen Minderheit im Irak offiziell anerkannt. Wie das vatikanische Presseamt am Dienstag mitteilte, gewährte Leo XIV. dem Mitte April gewählten Patriarchen der Chaldäer mit Sitz in Bagdad die volle kirchliche Gemeinschaft. Damit ist der letzte formale Schritt erfüllt, so dass Polis III. Nona (58) nun Oberhaupt dieser mit Rom verbundenen orientalischen Kirche ist.
Die Synode der Chaldäer hatte den langjährigen Erzbischof der Chaldäer in Sydney (2015-2026) bei ihrer Synode in Rom gewählt. Von 2010 bis 2015 war Nona chaldäischer Erzbischof von Mossul im Nordirak, floh aber wegen des Vorrückens der Terrormiliz "Islamischer Staat" von dort in den Westen.
Besonderes Wahlverfahren
Der Vorgänger, Patriarch Louis Raphael I. Sako, hatte im März mit 77 Jahren auf sein Amt verzichtet. Er leitete die größte christliche Denomination im Irak von 2013 bis 2026. Die mit Rom verbundenen ("unierten") Ostkirchen wählen ihre Oberhäupter selbstständig; die letzte formale Bestätigung ist Sache des Papstes.
Die Chaldäer sind mit rund 750.000 Mitgliedern eine der wichtigsten christlichen Glaubensgemeinschaften im Nahen Osten. Seit den Kriegen im Irak im ersten Viertel des 21. Jahrhunderts leben viele von ihnen in westlichen Ländern.