Renovabis gibt 23 Millionen Euro für Projekte in Osteuropa

In kirchlichen Kollekten gesammelt

Sie haben vom Krieg traumatisierte Menschen in der Ukraine begleitet sowie Pflegebedürftige in großer Armut im Osten Europas unterstützt. Dafür und in viele andere Hilfsprojekte floss 2025 das Geld des Hilfswerks Renovabis.

Symbolbild Eine alte Frau in der Ukraine betet / © Kharaim Pavlo (shutterstock)
Symbolbild Eine alte Frau in der Ukraine betet / © Kharaim Pavlo ( shutterstock )

Das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis hat im vergangenen Jahr 506 Projekte in 29 Ländern unterstützt. Dafür wurden 23,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wie aus dem am Dienstag in Freising vorgelegten Jahresbericht hervorgeht. 2024 waren es 26,4 Millionen Euro gewesen. Die Arbeit des Hilfswerks stand unter dem Leitwort "Voll der Würde – Menschen stärken im Osten Europas".

Thomas Schwartz / © Dieter Mayr (KNA)
Thomas Schwartz / © Dieter Mayr ( KNA )

Gerade dort, wo die Würde des Menschen durch Krieg, Armut, Diskriminierung oder Ausbeutung verletzt werde, müsse sie mit Nachdruck verteidigt werden, erklärte Renovabis-Chef Thomas Schwartz. Die Partner des Hilfswerks setzten deshalb bei diesen Stellen an. Sie begleiteten traumatisierte Menschen in der Ukraine, unterstützten Pflegebedürftige in großer Armut oder förderten Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung, denen sonst die gesellschaftliche Teilhabe verwehrt bliebe.

Mann mit Kollektenkörben / © Harald Oppitz (KNA)
Mann mit Kollektenkörben / © Harald Oppitz ( KNA )

Trotz rückläufiger staatlicher Mittel, die von 6 Millionen auf 4,4 Millionen Euro im Jahr 2025 zurückgingen, habe Renovabis seine Arbeit verlässlich fortsetzen können, heißt es. Dies sei in erster Linie auf kirchliche Kollekten zurückzuführen Diese beliefen sich auf fast 3,8 Millionen Euro gegenüber rund 3,5 Millionen Euro im Vorjahr. Stabil seien auch die Spenden und Erbschaften geblieben, die dem Hilfswerk zuflossen. Sie betrugen 2025 fast 8,4 Millionen Euro und lagen damit nur ein wenig unter der Summe des Vorjahres.

Dialog bleibt weiter wichtig

Die Arbeit von Renovabis wäre ohne das Vertrauen der Spenderinnen und Spender sowie ohne die Unterstützung der deutschen Diözesen nicht möglich, hieß es. Von Letzteren seien mehr als 830.000 Euro gekommen sowie weitere 12,6 Millionen Euro aus gesamtkirchlichen Haushaltsmitteln.

Neben der unmittelbaren Hilfe bleibt der Dialog zwischen Ost und West nach eigenen Angaben ein zentrales Anliegen von Renovabis. Internationale Begegnungen, Bildungsarbeit und kirchliche Netzwerke stärkten gegenseitiges Verständnis und Solidarität. Dies passiere beispielhaft beim jährlichen Internationalen Kongress Renovabis.

Renovabis und die Ukraine

In der Ukraine mit der Hauptstadt Kiew leben auf einer Fläche von über 600.000 Quadratkilometer über 40 Millionen Menschen. 67 Prozent gehören der orthodoxen Kirche an, bis zu zehn Prozent sind griechisch-katholisch. Seit über sechs Jahren herrscht im Osten des Landes Krieg, der 13.000 Menschen das Leben kostete und etwa 25.000 zu Kriegsinvaliden machte. Offiziellen Angaben zufolge gibt es rund 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge. Außerdem annektierte Russland die Krim.

Mit Sonnenblumen bemalte Autowracks an einer Ausfallstraße von Irpin in der Nähe von Kiew / © Kay Nietfeld (dpa)
Mit Sonnenblumen bemalte Autowracks an einer Ausfallstraße von Irpin in der Nähe von Kiew / © Kay Nietfeld ( dpa )
Quelle:
KNA