Den Krebstod seiner Mutter hat der heutige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU) auch als eine Zeit der Anfrage an Gott erlebt: "Gerade weil meine Mutter ja auch sehr gläubig war", sagte der 52-Jährige in der Talkshow "3nach9" von Radio Bremen.
"Ich war damals 17 Jahre alt. Da hadert man natürlich mit dem Schicksal." Günther schilderte, dass der Glaube in seiner Familie eine zentrale Rolle gespielt habe. "Wir sind immer gemeinsam in die Kirche gegangen. Ich war selbst Messdiener, meine Mutter war im Pfarrgemeinderat und hat uns zum Glauben erzogen."
Dann sei bei ihr Leukämie diagnostiziert worden – eine Krankheit, die damals nicht heilbar gewesen sei. "Heute wäre das alles therapierbar", sagte Günther. Zwischen Diagnose und Tod hätten 14 Monate gelegen. Am Ende habe er wegen eines Knieunfalls gar nicht mehr zu ihr ins Krankenhaus gehen können.
"Mama ist tot"
Eines Tages sei dann sein Vater zu ihm gekommen und habe gesagt: "Mama ist tot." Damals habe er versucht, alles von sich fernzuhalten, "um überhaupt damit umzugehen", so Günther. Zugleich habe ihm der christliche Glaube Halt gegeben. Die Überzeugung, "dass das nicht das Ende ist", und die Hoffnung auf ein Wiedersehen hätten ihm geholfen – und täten es bis heute.