Theologe Hofmann wirbt für Einsatz gegen gesellschaftliche Verrohung

"Soziale Politik wird zunehmend diffamiert"

Der Kirchenrat Frank-Matthias Hofmann warnt vor gesellschaftlichen Strömungen, die Menschenleben abwerten. "Insgesamt ist eine gesellschaftliche Verrohung festzustellen", sagt der Beauftragte der Evangelischen Kirchen für das Saarland.

Autor/in:
Marc Patzwald
Zwei Hände bilden ein Herzsymbol / © PeopleImages (shutterstock)
Zwei Hände bilden ein Herzsymbol / © PeopleImages ( shutterstock )

Der evangelische Theologe Frank-Matthias Hofmann warnt vor einer laufenden Werteverschiebung in der Gesellschaft. "In der Bevölkerung gewinnen immer mehr Ansichten den Raum, die Menschen aus der Gesellschaft ausschließen wollen", sagte der scheidende Beauftragte der Evangelischen Kirchen für das Saarland dem Evangelischen Pressedienst (epd). 

Es gebe Strömungen, die Menschenleben abwerteten und sich etwa gegen Flüchtlinge, Menschen, die in der sozialen Leiter weiter unten stehen, Menschen mit Behinderungen oder queere Menschen richteten. Religionen, Sozialpartner und staatliche Stellen müssten gemeinsam dagegen vorgehen, forderte er.

"Soziale Politik wird zunehmend diffamiert", kritisierte der 67-jährige Theologe. "Insgesamt ist eine gesellschaftliche Verrohung festzustellen – auch im Umgang mit Rettungskräften, Dienstleistern und der Polizei." Es brauche einen fairen Umgang miteinander und keine Herabwürdigung anderer Menschen. "Aus der Geschichte ergibt sich eine Verpflichtung, aufzupassen und zu handeln, wenn man auf eine schiefe Ebene kommt", betonte der Beauftragte, der seit September 2006 im Amt ist. "Menschen sollen nie wieder in nütz und unnütz eingeteilt werden." Wie eine Gesellschaft ticke, zeige sich an ihrem Umgang mit den Schwächsten.

Beauftragter vertritt evangelische Positionen gegenüber Landesregierung

Hofmann wird am 28. April in einem Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger ist der bisherige Ludwigskirchenpfarrer Thomas Bergholz. Das Evangelische Büro pflegt die Verbindungen der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche der Pfalz zu Landtag und Landesregierung. Der Beauftragte hält Kontakt zu den politischen Parteien sowie zu Vereinigungen und Verbänden und vertritt die Interessen und Positionen der evangelischen Kirchen gegenüber der Politik.

Quelle:
epd