Papst Leo begibt sich auf die Spuren der illegalen Müllverbrennung

Ähnliche Ziele wie Franziskus

Der nächste Papstbesuch wird Leo XIV. in das Gebiet der "Müll-Mafia" führen. Die stark belastete Gegend bei Neapel ist wegen jahrzehntelanger illegaler Müllverbrennungen berüchtigt. Ein Ziel, das schon Franziskus im Auge hatte.

Autor/in:
Sabine Kleyboldt
Wohin mit dem Müll? Im süditalienische Camorra verbrennt die "Müll-Mafia"  illegal Müllreste. / © Marwan Naamani (dpa)
Wohin mit dem Müll? Im süditalienische Camorra verbrennt die "Müll-Mafia" illegal Müllreste. / © Marwan Naamani ( dpa )

Leo XIV. will am 23. Mai den Ort Acerra nordöstlich von Neapel besuchen, wie der Vatikan am Samstag mitteilte. Die stark belastete Gegend ist wegen jahrzehntelanger illegaler Müllverbrennungen - größtenteils durch die süditalienische Camorra - als "Terra dei Fuochi" (Land der Feuer) berüchtigt. Behördliche Untersuchungen belegen langfristige Gesundheitsschäden wie vermehrte Krebs- und Lungen-Erkrankungen.

Papst Franziskus (2013-2025) hatte Acerra im Mai 2020 besuchen wollen, um den Einsatz der Menschen gegen das "Drama der Umweltverschmutzung" zu unterstützen, wie er damals sagte. Wegen der Pandemie war der Papstbesuch, der vom Vatikan nie offiziell bestätigt wurde, verschoben und letztlich nie nachgeholt worden.

Besuch in Italiens größter Universität

Ebenfalls am Samstag gab der Vatikan Details zu weiteren bereits avisierten inneritalienischen Tagestouren des Papstes bekannt. Neu dagegen ist der Besuch Leos XIV. am 14. Mai in der römischen Universität Sapienza, mit über 100.000 Studierenden die größte Universität Italiens und eine der größten Europas.

Blick über die Dächer Roms mit dem Petersdom im Hintergrund / © Ivoha (shutterstock)
Blick über die Dächer Roms mit dem Petersdom im Hintergrund / © Ivoha ( shutterstock )
Papst Leo wird auch die römische Universität Sapienza besuchen. Hier der Blick über die Roms mit dem Petersdom im Hintergrund.

Dort wird er vormittags auf dem zentralen Platz der Hochschule eine Ansprache halten. Nach einem Gespräch mit Uni-Rektorin Antonella Polimeni und dem Eintrag ins Goldene Buch soll eine Gedenktafel zum Papstbesuch enthüllt werden. Auch besichtigt Leo eine Ausstellung über die Sapienza und das Papsttum. In der Aula Magna spricht er vor Dozenten und Studierenden, bevor er am frühen Nachmittag in den Vatikan zurückkehrt.

Papst Benedikt an Sapienza unerwünscht

Der Termin des Kirchenoberhaupts bei der staatlichen Hochschule scheint nicht ohne Brisanz. Ein für 17. Januar 2008 geplanter Besuch von Benedikt XVI. (2005-2013) an der Sapienza war nach Protesten von Dozenten und Studierenden gegen eine Rede des Papstes im säkularen Wissenschaftsbetrieb kurzfristig abgesagt worden. Zuvor hatten rund 70 Dozenten der ältesten Uni Roms das Rektorat besetzt; für den geplanten Papstbesuch an der Sapienza waren Demonstrationen Studierender angekündigt worden.

Neapel und Pompeji am Jahrestag seiner Wahl

Dagegen birgt Leos bereits angekündigte Tour nach Neapel und Pompeji am 8. Mai, dem ersten Jahrestag seiner Papstwahl, wenig Konfliktpotenzial. Im Marienheiligtum von Pompeji will er Vertreter von Kirche, Behörden sowie Engagierte und Klienten karitativer Einrichtungen der Kirche treffen. Auch will er die Grabkapelle des Gründers des Marienheiligtums, Bartolo Longo (1841-1926), besuchen und auf der Piazza eine Messe feiern.

Aurelio De Laurentiis, Präsident des SSC Neapel. überreicht Papst Leo XIV. während eines Empfangs im Vatikan ein personalisiertes, von allen Spielern unterschriebenes Neapel-Trikot / © Simone Risoluti (dpa)
Aurelio De Laurentiis, Präsident des SSC Neapel. überreicht Papst Leo XIV. während eines Empfangs im Vatikan ein personalisiertes, von allen Spielern unterschriebenes Neapel-Trikot / © Simone Risoluti ( dpa )

Nachmittags steht in der Kathedrale von Neapel eine Begegnung mit Klerus und Ordensleuten sowie eine Papst-Ansprache an. Dort wird Leo die berühmten Reliquien des Heiligen Januarius besuchen, bekannt durch das mehrmals im Jahr wiederkehrende Blutwunder. Bereits für 2.

Mai wird die nächste Verflüssigung des Blutes von San Gennaro erwartet. Nach einer Ansprache auf der Piazza del Plebiscito an die Stadt will der Papst gegen 18.45 Uhr in den Vatikan zurückfliegen.

Tagestour in die Lombardei

Nach der Tagestour am 23. Mai ins süditalienische Acerra besucht Leo XIV. am 20. Juni die norditalienischen Städte Pavia und Lodi. Dort wird er unter anderem in einem Zentrum für onkologische Strahlentherapie kleine Patienten und ihre Eltern treffen.

Dann wird der Papst, selbst Mitglied des Augustinerordens, im dortigen Kloster von Mitbrüdern empfangen. In der Basilika hält er eine Ansprache vor Bischöfen, Klerus und Ordensleuten der Lombardei. Später ist eine Rede zur Bevölkerung auf der Piazza angekündigt. In Lodi steht ebenfalls eine Ansprache in einer Kirche auf dem Programm. Gegen 21 Uhr wird Leo im Vatikan zurückerwartet.

"Flüchtlingsinsel" Lampedusa - wie Franziskus

Am 4. Juli reist Leo XIV. auf die Mittelmeerinsel Lampedusa, für Migranten aus Nordafrika der nächstgelegene Punkt in Europa. Papst Franziskus hatte die Insel zum Ziel der ersten Reise seines Pontifikats gemacht und dort an die vielen Menschen erinnert, die auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrinken.

Papst Franziskus hält die Predigt während einer heiligen Messe am 8. Juli 2013 auf Lampedusa in Italien / © Vatican Media (KNA)
Papst Franziskus hält die Predigt während einer heiligen Messe am 8. Juli 2013 auf Lampedusa in Italien / © Vatican Media ( KNA )

Leo XIV. will frühmorgens per Flugzeug starten, um auf dem Friedhof in Lampedusa Blumen niederzulegen und eine seinem Vorgänger gewidmete Gedenktafel am Molo Favaloro zu segnen. Nach einer Messe und dem Treffen mit Migranten, Behördenvertretern, Kindern und Freiwilligen kehrt Leo XIV. am frühen Nachmittag nach Rom zurück.

Im August Assisi und Rimini - vorher Spanien

Zu zwei bereits angekündigten Reisen teilte der Vatikan noch keine Details mit: Am 6. August soll Leo XIV. Assisi besuchen, wo in diesem Jahr der 800. Todestag des Heiligen Franziskus (1181/82-1226) begangen wird. Am 22. August will er in Rimini beim «Meeting», einer Art «Katholikentag», zu den Teilnehmern sprechen.

Seine nächste internationale Reise führt den Papst vom 6. bis 12. Juni nach Spanien. Dort besucht er Madrid, Barcelona sowie die Kanarischen Inseln Teneriffa und Gran Canaria.

Quelle:
KNA