Pater Jörg Alt kommt erneut vor Gericht

Wieder ein Prozesstermin

25 Tage verbrachte der seit Jahren fürs Klima kämpfende Pater Jörg Alt 2025 im Gefängnis. Er wollte die Geldstrafe nicht zahlen, sondern lieber die Haft antreten. Nun rechnet er damit, erneut verurteilt zu werden.

Jörg Alt (r.), Sozialwissenschaftler, Sozialethiker und Migrationssoziologe, bei einer Straßenblockade für eine andere Klimapolitik am 28. Oktober 2022 in München / © Christian Wölfel (KNA)
Jörg Alt (r.), Sozialwissenschaftler, Sozialethiker und Migrationssoziologe, bei einer Straßenblockade für eine andere Klimapolitik am 28. Oktober 2022 in München / © Christian Wölfel ( KNA )

Der Jesuit und Klimaaktivist Pater Jörg Alt (64) hat wieder einen Prozesstermin. Nach eigener Auskunft vom Donnerstag muss sich der inzwischen im Schwarzwaldort Sankt Blasien lebende Ordensmann am 30. April vor dem Amtsgericht München verantworten. Diesmal geht es laut der Mitteilung um seine Teilnahme an einer Blockade zum "Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung" am 1. September 2023. 

Polizisten tragen Jörg Alt von einer Straßenblockade weg / © Christian Wölfel (KNA)
Polizisten tragen Jörg Alt von einer Straßenblockade weg / © Christian Wölfel ( KNA )

Papst Franziskus forderte damals die Staats- und Regierungschefs auf, sie sollten auf die Wissenschaft hören und einen schnellen und gerechten Übergang einleiten, um die Ära der fossilen Brennstoffe zu beenden. Um Teile dieser Botschaft des katholischen Kirchenoberhaupts unter anderem vor der Bayerischen Staatskanzlei in München zu verlesen, wurde zeitweise der Altstadtring blockiert. 

Hoffnung für die Welt 

Aus Anlass der Blockade hatten die Regionalkoordinatoren des weltweiten sozialen und ökologischen Apostolats der Jesuiten eine Solidaritätserklärung veröffentlicht, so Alt. In dieser heißt es:

Jörg Alt, Sozialwissenschaftler, Sozialethiker und Migrationssoziologe, bei einer Straßenblockade für eine andere Klimapolitik in München / © Christian Wölfel (KNA)
Jörg Alt, Sozialwissenschaftler, Sozialethiker und Migrationssoziologe, bei einer Straßenblockade für eine andere Klimapolitik in München / © Christian Wölfel ( KNA )

"Der friedliche Protest von Pater Dr. Alt, der die Aufmerksamkeit auf die Stimme von Papst Franziskus sowie auf die Armen und die junge Generation lenken soll, ist ein wichtiges Beispiel für eine lokale Aktion, die darauf abzielt, das globale Bewusstsein und den Dialog zu stärken und der ganzen Welt Hoffnung zu geben." Der Jesuit rechnet nach eigenen Worten damit, dass er wieder verurteilt wird. Denn in Bayern werde ein Klimaprotest, der einen zwanzigminütigen Stau zur Folge habe, nach wie vor als gravierender angesehen als die sich verschärfende Klimakrise und die weiterhin geförderte fossile Politik. "Aber gerne lasse ich mich eines Besseren belehren", fügte der Pater hinzu. 

Zahlreiche rechtswidrige Aktionen 

Alt beteiligte sich in den vergangenen Jahren mehrfach an illegalen Aktionen der Aktivistengruppe Letzte Generation. Darunter waren Proteste gegen Lebensmittelverschwendung sowie Straßenblockaden in Nürnberg, München und Berlin, bei denen er sich mehrfach auf Straßen festklebte. Wegen mehrerer Aktionen wurde er verurteilt. Eine Geldstrafe zahlte er aus Protest nicht. Stattdessen trat der Pater im vergangenen Jahr eine Ersatzfreiheitsstrafe an und verbrachte 25 Tage im Gefängnis. Dies brachte ihn bundesweit in die Schlagzeilen.

Quelle:
KNA