Pater Jörg Alt blickt stolz und enttäuscht auf Klimaproteste zurück

"Wenig erreicht"

Der Jesuit Jörg Alt blickt auf seine Klimaproteste mit Stolz, aber auch Bedauern zurück. Wegen Aktionen mit der "Letzten Generation" saß er 2025 im Gefängnis. Heute sagt er, die Proteste hätten kaum etwas erreicht.

Jörg Alt (r.), Sozialwissenschaftler, Sozialethiker und Migrationssoziologe, bei einer Straßenblockade für eine andere Klimapolitik am 28. Oktober 2022 in München / © Christian Wölfel (KNA)
Jörg Alt (r.), Sozialwissenschaftler, Sozialethiker und Migrationssoziologe, bei einer Straßenblockade für eine andere Klimapolitik am 28. Oktober 2022 in München / © Christian Wölfel ( KNA )

Der lange in Nürnberg ansässige Jesuit und Klimaaktivist Pater Jörg Alt blickt stolz wie auch enttäuscht auf seine Beteiligung an Klimaprotesten zurück. "Ich bin stolz, den Weg mit der Letzten Generation gegangen und ein Straftäter zu sein", sagte Alt der "Badischen Zeitung" am Wochenende. Er bedauert jedoch, dass mit den Protesten wenig erreicht worden sei und sich die Klimakrise weiter verschärfe. 

Der Nürnberger Jesuitenpater Jörg Alt ruft Bischöfe zur Solidarität mit Klimaaktivisten auf / © Theo Klein (epd)
Der Nürnberger Jesuitenpater Jörg Alt ruft Bischöfe zur Solidarität mit Klimaaktivisten auf / © Theo Klein ( epd )

Die Klimaproteste wurden Anfang 2024 beendet, da aus Sicht der Beteiligten keine politischen Veränderungen erreicht wurden. Alt beteiligte sich in den vergangenen Jahren an Aktionen der Letzten Generation, darunter Proteste gegen Lebensmittelverschwendung sowie Straßenblockaden in Nürnberg, München und Berlin, bei denen er sich mehrfach auf Straßen festklebte. Wegen mehrerer Aktionen wurde er verurteilt. 

Polizisten tragen Jörg Alt von einer Straßenblockade weg / © Christian Wölfel (KNA)
Polizisten tragen Jörg Alt von einer Straßenblockade weg / © Christian Wölfel ( KNA )

Eine Geldstrafe zahlte er aus Protest nicht. "Ich habe das aber für ungerecht gehalten", erklärte er. Stattdessen trat er 2025 eine Ersatzfreiheitsstrafe an und verbrachte 25 Tage im Gefängnis. Seit Anfang 2026 ist Altpfarrer im Schwarzwaldort Sankt Blasien. 

"Letzte Generation"

"Letzte Generation" ist ein Bündnis von Aktivisten aus der Umweltschutzbewegung mit dem erklärten Ziel, durch Mittel des zivilen Ungehorsams Maßnahmen der deutschen und der österreichischen Bundesregierung gegen die Klimakrise zu erzwingen. Es bildete sich 2021 aus Teilnehmern des Hungerstreiks der letzten Generation. Ihre Anfang 2022 einsetzenden Aktionen bezeichnen die Aktivisten des Bündnisses als Aufstand der Letzten Generation.

Aktivisten der Umweltgruppe Letzte Generation haben die Fassade der SPD-Bundeszentrale beschmiert / © Julius-Christian Schreiner/TNN (dpa)
Aktivisten der Umweltgruppe Letzte Generation haben die Fassade der SPD-Bundeszentrale beschmiert / © Julius-Christian Schreiner/TNN ( dpa )
Quelle:
KNA